Deutsche Tageszeitung - Grüne und Umweltschützer dringen bei Debatte über EU-Agrarpolitik auf Klimaschutz

Grüne und Umweltschützer dringen bei Debatte über EU-Agrarpolitik auf Klimaschutz


Grüne und Umweltschützer dringen bei Debatte über EU-Agrarpolitik auf Klimaschutz
Grüne und Umweltschützer dringen bei Debatte über EU-Agrarpolitik auf Klimaschutz / Foto: ©

Anlässlich der Beratungen von Bund und Ländern zur Umsetzung der EU-Agrarpolitik haben Grüne und Umweltschützer darauf gedrungen, den Klimaschutz in den Vordergrund zu rücken. Es gehe nicht nur "um die Verteilung von Agrargeldern", sondern um das Schicksal des Klimas, der Landwirte und des ländlichen Raums, erklärte der Grünen-Europapolitiker Martin Häusling am Mittwoch.

Textgröße ändern:

Es werde sich zeigen, ob Union, SPD, FDP und Linke "weiterhin einen großen Teil der Direktzahlungen völlig ohne Bindung an Klima- und Umweltauflagen auszahlen wollen", fuhr Häusling fort. Das allerdings würde der EU-Gesetzgebung widersprechen.

Die Landwirtschaftsminister und -ministerinnen der Länder berieten am Mittwochnachmittag gemeinsam mit Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) auf einer Sonder-Agrarministerkonferenz über die nationale Umsetzung der gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP). Grundsätzlich soll die geplante EU-Reform die gemeinsame Agrarpolitik grüner, einfacher und gerechter machen und dafür die Hilfen für Landwirte künftig stärker an Umweltauflagen koppeln. Derzeit ringen Mitgliedsländer, Parlament und Kommission noch um eine Schlussfassung der Reform.

Was dazu auf deutscher Seite aus den Ländern oder dem Bundeslandwirtschaftsministerium gekommen sei, sei allerdings "sehr dürftig", kritisierte der BUND. "Es bleibt ein Rätsel, wie so der Ökolandbau ausgebaut, die Gewässer und das Klima geschützt, kleine Bauernhöfe unterstützt und die Tierhaltung verbessert werden sollen." Der BUND forderte konkrete Lösungen von den Ministern und Ministerinnen sowie, deutlich mehr Geld für Umwelt- und Klimaprogramme der GAP einzuplanen. Ebenso wie der BUND kritisierte zudem auch der Tierschutzbund, dass für nationale Gesetze noch die Rechtsgrundlage aus der EU fehlt.

Auch die Gewerkschaft IG BAU warnte davor, dass "wichtige Themen auf der Strecke bleiben" könnten, weil Klöckner "die GAP möglichst schnell in deutsches Recht umsetzen" wolle. Neben den Umwelt- und Artenschutzaspekten müsse sich die Politik auch zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft bekennen. Die Vergabe von Fördermitteln müsse auch an die Einhaltung von Sozialstandards geknüpft werden.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ist - wie bereits in der spanischen Hauptstadt Madrid - ein Protestcamp gegen die Wohnungskrise errichtet worden. Nach einer Demonstration versammelten sich am Samstagabend hunderte Protestierer auf dem Rossio-Platz in Herzen von Lissabon und bauten dutzende Zelte auf, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Hunderttausende Teilnehmer und heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich

Hunderttausende Teilnehmer, Gebäude in Flammen, Tränengasschwaden und dutzende Festnahmen: Am landesweiten Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem ist es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Nach Angaben der Organisatoren gingen am Samstag rund 800.000 Menschen im ganzen Land auf die Straße. Von Marseille bis Lille kam es dabei zu Ausschreitungen, mehr als 272 Menschen wurden festgenommen. In Saint-Etienne verlor erneut ein Demonstrant durch eine Polizeigranate seine Hand.

Protesttag in Frankreich: Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei

Bei einer Großdemonstration in Paris im Rahmen eines landesweiten Protesttags gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem ist es am Samstagmittag zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Protestierenden gekommen. Am Platz der Republik setzten die Beamten mehrfach Tränengas ein, während die Demonstranten Feuerwerkskörper zündeten, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Fast zwei Billionen: US-Neuverschuldung steigt unter Trump auf Fünf-Jahres-Hoch

Die Neuverschuldung der USA ist trotz der von Präsident Donald Trump angekündigten Ausgabenkürzungen auf den höchsten Stand seit 2021 gestiegen. Im Haushaltsjahr 2026, das Ende September endete, betrug das Defizit 1,99 Billionen Dollar und damit zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Finanzministerium am Freitag in Washington mitteilte.

Textgröße ändern: