Deutsche Tageszeitung - WWF sorgt sich nach ergebnisloser Runde um Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik

WWF sorgt sich nach ergebnisloser Runde um Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik


WWF sorgt sich nach ergebnisloser Runde um Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik
WWF sorgt sich nach ergebnisloser Runde um Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik / Foto: ©

Umweltschützer haben nach der ergebnislosen Sonder-Agrarministerkonferenz (AMK) vor einem verfrühten Einbringen von Gesetzesentwürfen gewarnt. Die Sitzung vom Mittwoch offenbare die "Kompromisslosigkeit einiger Agrarressorts von Bund und Ländern", erklärte der WWF am Donnerstagmorgen. Sie weigerten sich, die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) so auszugestalten, dass "Artenrückgang, Klimakrise und Höfesterben wirksam bewältigt werden können". Nun Gesetzesentwürfe ohne einen einstimmigen Beschluss der AMK ins Kabinett zu bringen, wäre "undemokratisch".

Textgröße ändern:

Die Landwirtschaftsminister und -ministerinnen der Länder hatten am Mittwoch gemeinsam mit Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) auf einer Sonder-Agrarministerkonferenz über die nationale Umsetzung der GAP beraten. Die Sitzung dauerte bis spät in die Nacht, auf eine wesentliche gemeinsame Haltung konnten sich die Teilnehmenden jedoch nicht einigen.

Grundsätzlich soll die geplante EU-Reform die gemeinsame Agrarpolitik grüner, einfacher und gerechter machen und dafür die Hilfen für Landwirte künftig stärker an Umweltauflagen koppeln. Derzeit ringen Mitgliedsländer, Parlament und Kommission noch um eine Schlussfassung der Reform. Aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium gibt es jedoch bereits Gesetzesentwürfe zur nationalen Umsetzung der künftigen GAP.

Der WWF warf Klöckners Ministerium sowie "einigen Ländern" vor, sich in den vergangenen Wochen geweigert zu haben, die Umweltressorts von Bund und Ländern aktiv in die GAP-Verhandlungen mit einzubeziehen. Die Organisation fordert, dass erheblich mehr EU-Gelder in Fördermaßnahmen fließen, die "dem Klima-, Arten-, Tier- und Ressourcenschutz dienen und zu fairen Bedingungen für Landwirtinnen und Landwirte beitragen".

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) zeigte sich ebenfalls enttäuscht vom erneuten Scheitern der Sonder-AMK, die bereits Anfang Februar weitgehend ergebnislos getagt hatte. Sie warf wiederum den Grünen eine Verzögerungstaktik und "zu wenig Wille zu ernsthaften Lösungen" vor. "Wer aus rein ideologischen Gründen die künftige EU-Agrarpolitik blockiert, der hat kein Herz für unsere Bauern", erklärte sie. Die grünen Landesminister dürften die Umsetzung der Reform nicht weiter verzögern.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Sinkender Bierkonsum: Zahl der Brauereien in Deutschland schrumpft

Die Zahl der Brauereien in Deutschland schrumpft. 2019 gab es noch 1552 Brauereien hierzulande, das war der höchste Stand der vergangenen drei Jahrzehnte - im vergangenen Jahr waren es noch 1415 Betriebe, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Der Rückgang lag damit bei fast neun Prozent. Dieser Trend dürfte auch auf den sinkenden Bierabsatz zurückzuführen sein, erklärten die Statistiker.

Verivox: Auch Neu-Internetkunden buchen weiterhin mehrheitlich DSL

Immer noch rund die Hälfte der Internetkundinnen und -kunden in Deutschland nutzt laut dem Vergleichsportal Verivox die veraltete DSL-Technik fürs Surfen über die Telefonleitung. Und auch Neukunden bleiben der Kupfertechnik treu: Mehr als die Hälfte aller Buchungen eines Internetanbieters über das Portal entfiel im Juli auf DSL, wie Verivox am Dienstag mitteilte. Für das Festhalten an DSL gebe es vor allem zwei Gründe: Vielen genüge die DSL-Technik noch, außerdem ist sie die mit Abstand am besten verfügbare Technik.

Kritik an Abschaffung der "Rente mit 63" wird lauter - vor allem bei der SPD

Die Forderung der ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten nach einer Beibehaltung der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte gewinnt an Unterstützung. Die SPD-Regierungschefinnen des Saarlands und Mecklenburg-Vorpommerns, Anke Rehlinger und Manuela Schwesig, erteilten der von der Rentenkommission vorgeschlagenen Abschaffung der so genannten "Rente mit 63" eine klare Absage. Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte und weitere SPD-Politiker schlossen sich der Forderung an.

Amazon erstmals mehr als drei Billionen Dollar wert

Angetrieben von guten Quartalszahlen ist der Börsenwert von Amazon erstmals über die symbolische Marke von drei Billionen Dollar (rund 2,6 Billionen Euro) gestiegen. An der Wall Street legte der Aktienkurs des Versandhändlers am Montag zeitweise um knapp fünf Prozent auf rund 284 Dollar pro Anteilsschein zu - das entsprach einer Marktkapitalisierung von fast 3,1 Billionen Dollar.

Textgröße ändern: