Deutsche Tageszeitung - Einzelhandel kritisiert "Tunnelmodus" von Bund und Ländern

Einzelhandel kritisiert "Tunnelmodus" von Bund und Ländern


Einzelhandel kritisiert "Tunnelmodus" von Bund und Ländern
Einzelhandel kritisiert "Tunnelmodus" von Bund und Ländern / Foto: ©

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat den verlängerten Lockdown für den Einzelhandel scharf kritisiert. Nach wie vor konzentriere sich die Corona-Politik ausschließlich auf die Inzidenzen und honoriere nicht ausreichend, dass die Ansteckungsgefahren im Einzelhandel auch von Experten als niedrig beurteilt werden, erklärte der Verband am Dienstag in Berlin. "Bund und Länder agieren nur noch im Tunnelmodus. Die alleinige Fixierung auf die Corona-Inzidenzwerte wird der komplexen Lage nicht gerecht."

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Die Maßnahmen müssten sich an den wissenschaftlichen Fakten orientieren - und die zeigten, dass die Infektionsgefahr beim Einkaufen niedrig sei, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Es sei deshalb "höchste Zeit", die entsprechenden Schlussfolgerungen zu ziehen und alle Geschäfte unter Einhaltung strikter Hygienekonzepte wieder zu öffnen.

Als "kontraproduktiv" bezeichnete der HDE die Schließung der Lebensmittelhändler am Gründonnerstag. Das führe zu erhöhtem Kundenandrang am vorhergehenden Mittwoch und dem folgenden Samstag. Den Lebensmittelhandel "symbolisch für einen Tag zuzumachen, hilft im Kampf gegen die Pandemie nicht weiter".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder hatten sich in der Nacht zum Dienstag nach einer Marathonsitzung mit langer Unterbrechung darauf geeinigt, die derzeit geltenden Maßnahmen zur Corona-Eindämmung bis zum 18. April fortzuschreiben. Über die Ostertage soll ein verschärfter Lockdown gelten.

(W.Budayev--DTZ)

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