Deutsche Tageszeitung - Zusatzgebühr bei Zahlung per Sofortüberweisung oder PayPal zulässig

Zusatzgebühr bei Zahlung per Sofortüberweisung oder PayPal zulässig


Zusatzgebühr bei Zahlung per Sofortüberweisung oder PayPal zulässig
Zusatzgebühr bei Zahlung per Sofortüberweisung oder PayPal zulässig / Foto: ©

Verkäufer im Internet dürfen für die Zahlung mittels Sofortüberweisung oder PayPal ein zusätzliches Entgelt erheben. Das gesetzliche Verbot einer Gebühr für die Zahlung per Überweisung, Lastschrift oder Zahlungskarte umfasst diese Zahlungswege nicht, wie am Donnerstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschied. (Az: I ZR 203/19)

Textgröße ändern:

Im Streitfall geht es um ein Unternehmen in Bayern, das Fernbusreisen anbietet. Im Internet bietet es hierfür vier Zahlungsmöglichkeiten an: EC-Karte, Kreditkarte, Sofortüberweisung oder PayPal. Bei Sofortüberweisung und PayPal wird eine zusätzliche Gebühr fällig, deren Höhe vom Preis der gebuchten Reise abhängt.

Bei einer Sofortüberweisung ist neben den Banken noch der Bezahldienstleister Sofort-GmbH zwischengeschaltet. Dieser prüft die Bonität des Bezahlenden, was dem Empfänger des Geldes schnellere Sicherheit über die Buchung geben soll. Bezahlen müssen diese Dienstleistung allein die Geld-Empfänger, hier also das Busreiseunternehmen.

Bei PayPal müssen Zahler und Empfänger über ein PayPal-Konto verfügen. Ist darauf nicht genügend Geld, kann PayPal Zahlungen per Lastschrift einziehen. Auch hier trägt allein der Empfänger die von PayPal erhobenen Kosten.

Laut Gesetz dürfen Händler und Verkäufer für eine Sepa-Überweisung, eine Sepa-Lastschrift oder die Nutzung einer "Zahlungskarte" kein zusätzliches Entgelt verlangen. Die Wettbewerbszentrale war der Auffassung, dass auch die Kosten für Sofortüberweisung und PayPal nicht auf die Kunden abgewälzt werden dürfen. Sie verklagte daher das Busunternehmen auf Unterlassung.

Wie schon das OLG München wies nun auch der BGH die Klage ab. Beide Zahlungsformen würden von dem gesetzlichen Verbot nicht erfasst. Eine Sofortüberweisung sei zwar letztlich eine Sepa-Überweisung. Die Gebühr werde aber nicht für die Überweisung, sondern für die zwischengeschaltete Prüfdienstleistung der Sofort-GmbH fällig.

Bei PayPal könne es zwar zu einer Sepa-Lastschrift kommen, wenn das PayPal-Konto des Kunden keine ausreichende Deckung aufweist. Doch auch hier verlange das Busunternehmen das Zusatzentgelt nicht für den eigenen Lastschrifteinzug, sondern für die zwischengeschaltete Dienstleistung von PayPal.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ist - wie bereits in der spanischen Hauptstadt Madrid - ein Protestcamp gegen die Wohnungskrise errichtet worden. Nach einer Demonstration versammelten sich am Samstagabend hunderte Protestierer auf dem Rossio-Platz in Herzen von Lissabon und bauten dutzende Zelte auf, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Hunderttausende Teilnehmer und heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich

Hunderttausende Teilnehmer, Gebäude in Flammen, Tränengasschwaden und dutzende Festnahmen: Am landesweiten Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem ist es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Nach Angaben der Organisatoren gingen am Samstag rund 800.000 Menschen im ganzen Land auf die Straße. Von Marseille bis Lille kam es dabei zu Ausschreitungen, mehr als 272 Menschen wurden festgenommen. In Saint-Etienne verlor erneut ein Demonstrant durch eine Polizeigranate seine Hand.

Protesttag in Frankreich: Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei

Bei einer Großdemonstration in Paris im Rahmen eines landesweiten Protesttags gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem ist es am Samstagmittag zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Protestierenden gekommen. Am Platz der Republik setzten die Beamten mehrfach Tränengas ein, während die Demonstranten Feuerwerkskörper zündeten, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Fast zwei Billionen: US-Neuverschuldung steigt unter Trump auf Fünf-Jahres-Hoch

Die Neuverschuldung der USA ist trotz der von Präsident Donald Trump angekündigten Ausgabenkürzungen auf den höchsten Stand seit 2021 gestiegen. Im Haushaltsjahr 2026, das Ende September endete, betrug das Defizit 1,99 Billionen Dollar und damit zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Finanzministerium am Freitag in Washington mitteilte.

Textgröße ändern: