Deutsche Tageszeitung - Aktienkurs von Deliveroo steigt am ersten vollen Handelstag leicht

Aktienkurs von Deliveroo steigt am ersten vollen Handelstag leicht


Aktienkurs von Deliveroo steigt am ersten vollen Handelstag leicht
Aktienkurs von Deliveroo steigt am ersten vollen Handelstag leicht / Foto: ©

Die Aktie des britischen Essenslieferdienstes Deliveroo ist am ersten vollständigen Handelstag gestiegen. Der Kurs legte am Mittwoch bis zum Mittag um fast drei Prozent zu. In mehreren Städten Großbritanniens protestierten Fahrer des Lieferdienstes mit Streiks gegen ihre Arbeitsbedingungen und die Bezahlung.

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Deliveroo war vor einer Woche an der Börse in London gestartet; kaufen konnten die Aktien zunächst nur institutionelle Investoren. Am Mittwoch nun konnten auch Kleinanleger die Aktie kaufen.

Der Ausgabepreis vergangene Woche hatte bei 3,90 Pfund (4,52 Euro) gelegen und sank zu Handelsbeginn deutlich. Bis Mittwochmittag kletterte er auf 2,8765 Pfund. Der erste vollständige Handelstag habe "wenigstens nicht zu noch mehr Qualen geführt", erklärte Analystin Danni Hewson von AJ Bell. Nach dem Flop vergangene Woche war Deliveroo von ihr bereits in "Flopperoo" umgetauft worden. Hauptaugenmerk am Mittwoch werde aber nicht der Aktienkurs sein, sondern die Aktion der Fahrer, erklärte sie.

Die Fahrer von Deliveroo fahren auf Bestellung zu Partnerrestaurants, holen dort fertige Gerichte ab und bringen sie den Kunden und Kundinnen nach Hause. Deliveroo arbeitet mit 115.000 Restaurants in 800 Städten weltweit zusammen; rund 100.000 Fahrer liefern die Bestellungen aus. Angestellt bei Deliveroo sind nur rund 2000 Menschen.

Das Unternehmen betont, dass die Fahrer die Flexibilität ihres Jobs schätzen. Analysten zufolge sind aber auch Bedenken wegen der Arbeitsbedingungen der Fahrer ein Grund für das Zögern der institutionellen Investoren gewesen, in Deliveroo zu investieren. Ein anderer Grund war die Ausgabe von Aktien speziell für Gründer Will Shu mit umfangreichen Stimmrechten.

Der Börsengang von Deliveroo in London war der größte seit Mai 2011, als der Schweizer Rohstoffgigant Glencore an die Börse gegangen war. Deliveroo erreicht aktuell einen Börsenwert von 5,3 Milliarden Pfund (6,2 Milliarden Euro).

Shu hatte Deliveroo im Jahr 2013 in London gegründet und war schnell auch in andere Länder expandiert. In Deutschland war der Dienst im April 2015 gestartet und hatte sein Geschäft hierzulande im August 2019 überraschend beendet. 2019 stieg Amazon bei Deliveroo ein und erhielt schließlich 2020 grünes Licht von der britischen Wettbewerbsaufsicht; dem US-Konzern gehören 16 Prozent.

Das Unternehmen macht nach wie vor Verlust. Es konnte ihn aber von 317 Millionen Pfund im Jahr 2019 auf knapp 224 Millionen Pfund im Jahr 2020 reduzieren.

(O.Tatarinov--DTZ)

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