Deutsche Tageszeitung - G7-Finanzminister wollen "historischen" Durchbruch bei globaler Mindeststeuer

G7-Finanzminister wollen "historischen" Durchbruch bei globaler Mindeststeuer


G7-Finanzminister wollen "historischen" Durchbruch bei globaler Mindeststeuer
G7-Finanzminister wollen "historischen" Durchbruch bei globaler Mindeststeuer / Foto: ©

Die G7-Finanzminister streben bei ihren Beratungen in London einen Durchbruch beim Vorhaben einer weltweiten Mindeststeuer für Unternehmen an. Dies wäre ein "historischer Schritt nach vorne", sagte Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire am Freitagabend. "Wenn wir scheitern" und es am Samstag keine Einigung gebe, erschwere dies hingegen eine baldige Lösung im breiteren Kreis der G20-Staaten.

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Über eine Mindestbesteuerung von Unternehmen wird seit Jahren auf internationaler Ebene gerungen. Hintergrund sind Steuervermeidungsstrategien großer Konzerne, die vielfach Gewinne rechnerisch in Länder mit niedrigen Steuersätzen verschieben.

Besonders im Fokus liegen große Technologieunternehmen. Die Digital-Riesen hätten von der Corona-Krise profitiert und "Gewinne eingefahren, die von keinem anderen Sektor übertroffen wurden", sagte Le Maire. Es sei "zunehmend klar, dass wir uns in einer komplexen, globalen und digitalen Wirtschaft nicht auf ein Steuersystem verlassen können, das in großen Teilen in den 1920er Jahren entworfen wurde", sagte auch der britische Finanzminister Rishi Sunak.

Die Pandemie und die daraus resultierenden Löcher in den Staatshaushalten haben aber auch Schwung in die Debatte gebracht. Vor der Krise seien die Steuerpraktiken der Großkonzerne kritisiert worden, jetzt "sind sie unmöglich zu akzeptieren", hieß es aus Diplomatenkreisen.

Nochmals an Fahrt gewonnen hat die Debatte, seit US-Präsident Joe Biden sich für einen Mindestsatz von 15 Prozent für international agierende Unternehmen aussprach. Zuvor hatten die USA sogar 21 Prozent als Mindestsatz vorgeschlagen. Die Verhandlungen zu diesem Punkt waren am Freitagabend noch in vollem Gange. Le Maire nannte die vorgeschlagenen 15 Prozent ein "Minimum".

Laut dem Entwurf für eine gemeinsame Erklärung, die AFP einsehen konnte, wollen die G7-Finanzminister ihre "starke Unterstützung" für eine globale Mindeststeuer zum Ausdruck bringen. Zudem hoffen sie auf ein noch weitreichenderes Abkommen in dieser Frage im Rahmen des Treffens der G20-Finanzminister im Juli, bei dem neben den größten Industrieländern auch Schwellenländer vertreten sind.

Zu den G7-Staaten gehören neben Deutschland Frankreich, Italien, die USA, Großbritannien, Kanada und Japan. Das Treffen der Finanzminister findet im Vorfeld des G7-Gipfels statt, zu dem dann die Staats- und Regierungschefs ab 11. Juni in Cornwall erwartet werden, darunter auch US-Präsident Biden.

(W.Budayev--DTZ)

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