Deutsche Tageszeitung - "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" hat fast 350.000 Unterschriften übergeben

"Deutsche Wohnen & Co. enteignen" hat fast 350.000 Unterschriften übergeben


"Deutsche Wohnen & Co. enteignen" hat fast 350.000 Unterschriften übergeben
"Deutsche Wohnen & Co. enteignen" hat fast 350.000 Unterschriften übergeben / Foto: ©

Die Initiative "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" hat der Berliner Senatsverwaltung für Inneres fast 350.000 Unterschriften übergeben. Das teilte die Bürgerinitiative am Freitagnachmittag mit. Nach eigenen Angaben hat die Initiative damit genügend Unterschriften für einen Volksentscheid zusammen. Vier Monate lang hatten Unterstützerinnen und Unterstützer dafür gesammelt. "Das ist ein großartiger Erfolg", sagte Sprecher Rouzbeh Taheri der Nachrichtenagentur AFP.

Textgröße ändern:

Schon am Freitagmorgen hatte die Initiative bekannt gegeben, mehr als 343.000 Unterschriften gesammelt zu haben. "Auf jeden Fall haben wir es geschafft - das können wir jetzt schon feststellen", hatte Taheri dazu am Freitagmorgen im rbb-Inforadio gesagt. "Damit haben wir den Rekord der bisherigen Volksbegehren in Berlin übertroffen."

Die Berliner Landeswahlleitung hat nun zwei Monate Zeit, um die Unterschriften zu zählen. Sollte die Initiative 175.000 gültige Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt haben, kommt es am 26. September zum Volksentscheid. Parallel zur Abgeordnetenhaus- und Bundestagswahl könnten die Berlinerinnen und Berliner dann darüber abstimmen, ob Unternehmen, die im Besitz von mehr als 3000 Wohnungen sind, enteignet werden. Die Initiative will die mehr als 240.000 Wohnungen dann in eine Anstalt des öffentlichen Rechts überführen, wo sie "demokratisch, transparent und gemeinwohlorientiert" verwaltet werden sollen. Nach den Plänen von "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" soll so ein weiterer Anstieg der Mieten in der Hauptstadt gestoppt werden.

Innerhalb der rot-rot-grünen Berliner Koalition herrscht zum Vorhaben keine Einigkeit: Die Berliner SPD lehnt das Vorhaben ab, für die Grünen sind Enteignungen als letztes Mittel denkbar und die Linke hat sich sogar aktiv an der Unterschriftensammlung beteiligt. "Das ist ein bärenstarkes Zeichen dafür, dass die Berlinerinnen und Berliner selbst über die Zukunft ihrer Stadt entscheiden wollen", teilte Pascal Meiser, der stellvertretende Vorsitzende der Berliner Linken, anlässlich der Unterschriftenübergabe mit. Deutsche Wohnen, Vonovia und Co. hätten viel zu lange schon ihre Profite auf dem Rücken der Mieterinnen und Mieter maximiert. Jetzt sei endgültig klar, "dass auch die Wahlen im September ganz im Zeichen der Mietenfrage stehen".

Kritik zum Anliegen der Initiative kommt vor allem von den Oppositionsparteien und der Immobilienwirtschaft. "Zu einem Neustart in der Wohnungspolitik passen Enteignungsphantasien von Vorgestern nicht", sagte CDU-Landeschef Kai Wegner. Sie schafften nur weiteren Frust. Denn dann drohe "ein Haushaltsnotstand mit 36 Milliarden Euro neuen Schulden für null neue Wohnungen". Und Daniel Föst, der bau- und wohnungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, erklärte: "Enteignungen sind kein Mittel, um die Wohnkostenkrise in den Griff zu bekommen. Es kostet Milliarden, aber es entsteht keine einzige neue Wohnung." Umfangreicher Wohnungsneubau werde so im Keim erstickt.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Hohe Spritpreise: Klingbeil dringt auf Übergewinnsteuer für Ölkonzerne

Angesichts der weiterhin hohen Spritpreise an den Tankstellen pocht Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. "Wir müssen das Problem der hohen Energiepreise angehen, indem wir ein EU-weites Rahmenwerk zur Besteuerung von Zufallsgewinnen diskutieren", fordern Klingbeil und fünf europäische Kollegen in einem Schreiben. In der aktuellen Krise dürfe es keine "Abzocke durch Energiekonzerne" geben - das habe Klingbeil mehrfach deutlich gemacht, hieß es aus dem Finanzministerium in Berlin.

Nach Scheitern von Verhandlungen: Neue US-Zölle gegen Kanada in Kraft getreten

Im Zollstreit zwischen den USA und Kanada haben beide Seiten trotz fieberhafter Verhandlungen keine Einigung erzielen können - entsprechend traten in der Nacht zum Samstag neue US-Zölle auf kanadische Produkte in Kraft. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer gab das Scheitern der Verhandlungen unmittelbar vor Auslaufen einer von Präsident Donald Trump gesetzten Frist bekannt. Um Mitternacht Ortszeit (06.00 Uhr MESZ) traten dann die neuen US-Zölle in Höhe von 50 Prozent für bestimmte kanadische Produkte in Kraft.

Keine Einigung im Zollstreit zwischen den USA und Kanada

Im Zollstreit zwischen den USA und Kanada haben beide Seiten trotz fieberhafter Verhandlungen keine Einigung finden können. Dies gab in der Nacht zum Samstag der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer unmittelbar vor Auslaufen einer von Präsident Donald Trump gesetzten Frist bekannt. Mit den Verhandlungen zwischen beiden Ländern sollte eigentlich das Inkrafttreten von neuen US-Zöllen in Höhe von 50 Prozent für bestimmte kanadische Produkte um Mitternacht Ortszeit (06.00 Uhr MESZ) verhindert werden.

Hohe Preise: Trump setzt vorübergehend Zölle auf Rinderhack aus

Um die Verbraucherpreise zu senken, hat US-Präsident Donald Trump eine temporäre Aussetzung der Zölle auf importiertes Rinderhack angekündigt. Die Zollbefreiung gelte für die Einfuhr von 300.000 Tonnen Rindfleisch in den kommenden 90 Tagen, erklärte Trump am Freitag in seinem Online-Dienst Truth Social. Demnach soll das importierte Fleisch zu einem Preis von 25 Prozent unterhalb des aktuellen Marktpreises in den Handel kommen.

Textgröße ändern: