Deutsche Tageszeitung - WHO-Bericht: Illegal entsorgter Elektroschrott schädigt die Gesundheit von Kindern

WHO-Bericht: Illegal entsorgter Elektroschrott schädigt die Gesundheit von Kindern


WHO-Bericht: Illegal entsorgter Elektroschrott schädigt die Gesundheit von Kindern
WHO-Bericht: Illegal entsorgter Elektroschrott schädigt die Gesundheit von Kindern / Foto: ©

Immer mehr Elektroschrott landet vornehmlich in Ländern des globalen Südens und schädigt dort die Gesundheit von Kindern. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO, der auch auf dem Internationalen Berlin Forum zu Chemikalien und Nachhaltigkeit am Mittwoch und Donnerstag Thema ist. "Wir müssen dafür sorgen, dass Chemikalien so hergestellt und genutzt werden, dass von ihnen keine Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt ausgehen", erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Mittwoch.

Textgröße ändern:

Minister, Vertreter internationaler Organisationen, der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beraten auf der zweitägigen Veranstaltung über einen nachhaltigeren Umgang mit Chemikalien und Elektroschrott. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und UN-Generalsekretär António Guterres eröffneten die Veranstaltung. Anlässlich des Berlin Forums stellte Deutschland dem UN-Umwelthilfeprogramm Unep eine Million Euro zur Verfügung.

Weltweit arbeiten laut dem aktuellen WHO Bericht rund 12,9 Millionen Frauen in der informellen Abfallwirtschaft. Dort kommen sie potenziell mit giftigen Stoffen und Chemikalien aus unsachgemäß entsorgtem Elektroschrott in Berührung. Dies kann auch für ungeborene Kinder gesundheitschädlich sein. Laut WHO-Schätzung arbeiten weltweit außerdem 18 Millionen Kinder und Jugendliche im informellen Industriesektor, zu dem auch die Arbeit mit Elektroschrott zählt.

Insbesondere Kinder sind aufgrund ihrer geringeren Körpergröße, ihrer weniger entwickelten Organe und ihres schnellen Wachstums anfällig für die schädlichen Auswirkungen von Chemikalien, erklärte das Bundesumweltministerium. Diese könnten sich unter anderem negativ auf die Atemwege oder die Schilddrüsenfunktion auswirken, oder Schäden an der DNA verursachen.

"Kinder und Jugendliche haben das Recht, in einer gesunden Umgebung aufzuwachsen und zu lernen, und die Belastung durch Elektroschrott und seine vielen giftigen Bestandteile beeinträchtigt zweifellos dieses Recht", erklärte WHO-Direktorin Maria Neira. Sie forderte größere Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft für die Bemühungen der Vereinten Nationen, mehr Chemikaliensicherheit und -nachhaltigkeit durchzusetzen.

Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Bettina Hoffmann, kritisierte die Bundesregierung für ihren Umgang mit illegalem Export von Elektroschrott. "Viele dieser Stoffe können Krebs, Diabetes, ungewollte Kinderlosigkeit oder Allergien verursachen", erklärte sie. Besonders betroffen seien Kinder und Frauen in Staaten des globalen Südens. Hoffmann forderte eine Stärkung des Zolls, um die Exportverbote von Elektroschrott wirkungsvoller umzusetzen.

"Wir brauchen zudem ein internationales Chemikalienabkommen, um Zulassung, Gebrauch und weltweiten Handel von gefährlichen Chemikalien wirksam zu regulieren", forderte Hoffmann. Die Bundesregierung solle ihren Vorsitz in der 5. Internationalen Konferenz zum Chemikalienmanagement nutzen, um ein solches Abkommen durchzusetzen.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

US-Zentralbank-Vorständin Cook hat keine Zeit für von Trump einberufene Anhörung

US-Präsident Donald Trump will Zentralbank-Vorständin Lisa Cook entlassen - für eine Befragung durch ein von Trump einberufenes Komitee hat sie aber keine Zeit. Cook nehme am 5. November an finanz- und geldpolitischen Treffen in Europa teil, schrieb ihr Anwalt Abbe Lowell am Dienstag an das Weiße Haus. "Folglich kann sie an diesem Datum nicht an einer Anhörung teilnehmen." Möglich sei die Befragung erst nach Beratungen der US-Notenbank Fed zur Geldpolitik am 8. und 9. Dezember.

EU-Gericht urteilt über strengere Regeln für Porno-Seite Stripchat

Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg verkündet am Mittwoch (09.30 Uhr) sein Urteil über strengere Regeln für die Porno-Seite Stripchat. Die EU-Kommission stufte Stripchat 2023 als sehr große Online-Plattform unter dem Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) ein. Denn die Seite habe mehr als 45 Millionen monatliche Nutzer in der EU, was über dem Schwellenwert liegt. (Az. T-134/24)

Rechtsstreit nach Unfall auf Rennstrecke: BGH gibt Versicherungskundin recht

In einem seit Jahren dauernden Rechtsstreit um Versicherungsschutz nach einem Motorradunfall bei einer Veranstaltung auf einer Rennstrecke hat sich eine Kundin vor dem Bundesgerichtshof (BGH) abschließend durchgesetzt. Der in den allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen des Unternehmens vereinbarte Risikoausschluss für auf das Erreichen von Höchstgeschwindigkeit abzielende Fahrtveranstaltungen greife hier nicht, entschied der BGH am Dienstag in Karlsruhe. (Az. IV ZR 251/25)

Neuer Arbeitsminister erhält Ernennungsurkunde von Steinmeier

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas hat der neue Arbeitsminister Alexander Schweitzer seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten am Dienstagnachmittag in Berlin das Dokument. Am Mittwochnachmittag legt Schweitzer dann im Bundestag seinen Amtseid ab. Davor nimmt er bereits erstmals an einer Sitzung des Bundeskabinetts teil.

Textgröße ändern: