Deutsche Tageszeitung - Händler rechnen mit Lieferengpässen und Preiserhöhungen wegen Engpässen im Frachtverkehr

Händler rechnen mit Lieferengpässen und Preiserhöhungen wegen Engpässen im Frachtverkehr


Händler rechnen mit Lieferengpässen und Preiserhöhungen wegen Engpässen im Frachtverkehr
Händler rechnen mit Lieferengpässen und Preiserhöhungen wegen Engpässen im Frachtverkehr / Foto: ©

Aufgrund weltweiter Engpässe im Frachtverkehr rechnen Händler in Deutschland mit Lieferengpässen und Preiserhöhungen. "Wir haben große Schwierigkeiten, Frachtkapazitäten für unsere Bestellungen auf den Schiffen zu bekommen", sagte der Chef des Textildiscounters Kik, Patrick Zahn, dem "Handelsblatt" am Donnerstag. "In der wichtigsten Zeit des Jahres fehlt uns die Ware". Auch die Preise für den Transport von Fracht stiegen demnach an.

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"Preiserhöhungen im Handel werden da nicht zu vermeiden sein", sagte Zahn weiter. Sein Unternehmen importiert einen Großteil seines Sortiments aus Asien. Die Lieferschwierigkeiten und erhöhten Preise seien "ein Angriff auf unser Geschäftsmodell".

Auch der Chef der Drogeriekette Rossmann sieht deutliche Auswirkungen des weltweiten Frachtstaus auf den deutschen Handel. "Es wird immer schwieriger, die Waren aus Asien pünktlich in die Läden zu bekommen", sagte Raoul Roßmann. "Der starke Anstieg bei den Frachtkosten wird auf jeden Fall zu Preiserhöhungen im Handel führen".

Der Geschäftsführer des Fahrradhändlers Rose Bikes, Marcus Diekmann, rechnete mit Auswirkungen auch auf das Weihnachtsgeschäft. Er rechne mit einer "Mega-Preissteigerung".

Auch die Berlin Brands Group (BBG), mit 334 Millionen Euro Umsatz einer der größten deutschen Onlinehändler, äußerte sich besorgt. "Eine solche Situation haben wir in der Logistik noch nicht erlebt", erklärte Peter Chaljawski, Gründer und Chef von BBG. Für viele sei die Lage "dramatisch". Mit einer Entspannung der Lage rechnet Chaljawski erst im ersten Quartal 2022.

Weltweit hat die Corona-Pandemie Lieferketten durcheinandergebracht. Im Mai etwa war der Betrieb im wichtigen südchinesischen Hafen Yantian wegen eines Corona-Ausbruchs unter Dockarbeitern stark eingeschränkt worden. 2020 waren dort rund 13,3 Millionen 20-Fuß-Standardcontainer für den Außenhandel umgeschlagen worden. Nach Angaben des japanischen Finanzunternehmens Nomura macht das mehr als zehn Prozent des chinesischen Containerumschlags im Außenhandel aus.

(A.Stefanowych--DTZ)

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