Deutsche Tageszeitung - Gastgewerbe leidet nach Corona-Lockdown unter Personalmangel

Gastgewerbe leidet nach Corona-Lockdown unter Personalmangel


Gastgewerbe leidet nach Corona-Lockdown unter Personalmangel
Gastgewerbe leidet nach Corona-Lockdown unter Personalmangel / Foto: ©

Langsam kehrt das Leben nach dem langen Corona-Lockdown in der deutschen Gastronomie zurück, doch nun steht die Branche vor einem neuen Problem: Für den Neustart fehlt das Personal. "Viele Hotels und Restaurants klagen in der Tat über einen Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel", erklärte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Ingrid Hartges, am Montag. Neben Köchen und qualifiziertem Servicepersonal fehlten auch Saisonarbeiter aus dem Ausland und studentische Hilfskräfte.

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Laut der Bundesagentur für Arbeit sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie im April auf knapp 940.000. Im Vergleich zum April 2019 war dies ein Rückgang um knapp 154.000 Beschäftigte oder gut 14 Prozent. Auch im Vergleich zum April 2020, als die Corona-Pandemie Deutschland bereits fest im Griff hatte, sanken die Beschäftigtenzahlen im April 2021 um knapp 83.000 Beschäftigte und somit um rund acht Prozent.

Die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen im Bereich Gastronomie stieg laut einer Analyse des Stellenportals Stepstone im Vergleich zum Vorjahresmonat im April 2021 um 62 Prozent an. Besonders gefragt waren demnach Mitarbeiter in Hotels (plus 24 Prozent), Kellner (plus 22 Prozent) und Küchenhilfen (plus 21 Prozent). Auch die Suchanfragen nach Jobs in dem Bereich nahmen wieder zu: Die Zahl entsprechender Anfragen lag laut Stepstone im April 27 Prozent über dem Vorjahreswert.

"Wir wissen, dass Beschäftigte aus unserer Branche in die boomende Logistikbranche und in den Einzelhandel gewechselt sind", erklärte Hartges weiter. Große Einzelhändler hätten gezielt um Mitarbeiter aus der Gastronomiebranche geworben, außerdem seien Mitarbeiter nach Österreich und in die Schweiz gewechselt, wo Gaststätten und Hotels bereits früher wieder öffnen durften. Insbesondere Betriebe in den südlichen Bundesländern seien davon betroffen gewesen. Auch in die Logistikbranche seien während der Corona-Pandemie viele Mitarbeiter gewechselt.

"Entscheidend ist jetzt, dass die Politik für dauerhafte Öffnungen sorgt und der Branche, Betrieben wie Mitarbeitern, wieder Perspektiven gibt", forderte Hartges. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Mitarbeiter dann wieder in das Gastgewerbe zurückkehren würden.

Um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken, kündigte Hartges verstärkte Anstrengungen der Gastronomiebetriebe an. Diese würden ihre Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und Neueinstellung intensivieren. Eine angemessene Bezahlung und Wertschätzung im Team seien weitere wichtige Faktoren. Hartges forderte die Politik auf, für "wirtschaftsfördernde Rahmenbedingungen" zu sorgen. "Dazu gehört es, die Arbeitgeber zu entlasten und sie zu unterstützen", erklärte sie weiter.

(M.Dorokhin--DTZ)

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