Deutsche Tageszeitung - Berlin und Paris fordern wegen EU-Klimaplänen Hilfe für Industrie

Berlin und Paris fordern wegen EU-Klimaplänen Hilfe für Industrie


Berlin und Paris fordern wegen EU-Klimaplänen Hilfe für Industrie
Berlin und Paris fordern wegen EU-Klimaplänen Hilfe für Industrie / Foto: ©

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire haben mit Blick auf die Klimapläne der EU Unterstützung für die Industrie angemahnt. Ansonsten drohe eine Abwanderung wichtiger Produktionszweige wie der Automobilindustrie in Länder mit weniger strengen Klima-Auflagen, sagte Altmaier am Mittwoch nach dem Treffen mit Le Maire in Paris. Das würde das "Scheitern" der ehrgeizigen EU-Pläne bedeuten, warnte er.

Textgröße ändern:

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Klimapläne vor einer Woche in Brüssel vorgestellt. Sie sehen unter anderem ein Ende des Verbrennungsmotors ab 2035 vor sowie die Einbeziehung des Straßenverkehrs und des Gebäudesektors in den Handel mit Verschmutzungsrechten vor. Heiz- und Spritkosten dürften dadurch für die Verbraucher steigen.

"Wir müssen die Unterstützung für die europäische Industrie erhöhen, um den Übergang zu erleichtern", forderte Altmaier. Le Maire verlangte finanzielle Hilfen aus einem europäischen "Übergangs-Fonds", etwa für Zulieferbetriebe der Autoindustrie. Nötig sei zudem ein "Ausgleich für sozial schwache Haushalte". Diese dürften nicht für den Klimawandel zur Kasse gebeten werden, betonte der französische Minister.

Deutschland und Frankreich wollen zudem die Zukunft der künftigen europäischen Trägerrakete Ariane 6 gegen die Konkurrenz aus den USA und China sichern, wie beide Minister mitteilten. Hier sei eine "Zusatz-Finanzierung" nötig, sagte Altmaier. Laut Le Maire ist in Kürze ein gemeinsamer Beschluss mit Italien zu erwarten.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Rechtsstreit nach Unfall auf Rennstrecke: BGH gibt Versicherungskundin recht

In einem seit Jahren dauernden Rechtsstreit um Versicherungsschutz nach einem Motorradunfall bei einer Veranstaltung auf einer Rennstrecke hat sich eine Kundin vor dem Bundesgerichtshof (BGH) abschließend durchgesetzt. Der in den allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen des Unternehmens vereinbarte Risikoausschluss für auf das Erreichen von Höchstgeschwindigkeit abzielende Fahrtveranstaltungen greife hier nicht, entschied der BGH am Dienstag in Karlsruhe. (Az. IV ZR 251/25)

Neuer Arbeitsminister erhält Ernennungsurkunde von Steinmeier

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas hat der neue Arbeitsminister Alexander Schweitzer seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten am Dienstagnachmittag in Berlin das Dokument. Am Mittwochnachmittag legt Schweitzer dann im Bundestag seinen Amtseid ab. Davor nimmt er bereits erstmals an einer Sitzung des Bundeskabinetts teil.

Missbrauchsbeauftragte fordert besseren Schutz von Kindern im Netz

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, hat einen besseren Schutz Heranwachsender im Internet gefordert. "Die Risiken im digitalen Raum explodieren", sagte Claus bei der Vorstellung ihres ersten Berichts am Dienstag in Berlin. Tagtäglich würden Kinder und Jugendliche im Netz Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung. So habe schon jeder vierte junge Mensch zwischen 14 und 17 Jahren Cyber-Grooming erlebt. Diese gezielte Online-Kontaktaufnahme sei der Auftakt für sexualisierte Übergriffe.

Arbeitgeber fordern mehr Tempo bei Reformen - Merz wirbt für Zuversicht

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat die Bundesregierung zu raschen Reformen aufgefordert. Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum in Deutschland seien "weniger Bürokratie, flexiblere Arbeit, niedrigere Belastungen und ein Staat, der schneller und digitaler wird", sagte Dulger am Dienstag beim Arbeitgebertag in Berlin, wo er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen 20-Punkte-Plan der Arbeitgeber überreichte. Merz bekräftigte seinen Willen zu den "umfangreichsten Reformen seit Jahrzehnten" - und warb zugleich für mehr Zuversicht.

Textgröße ändern: