Deutsche Tageszeitung - Chemiekonzern Bayer stellt 4,5 Milliarden Dollar in Glyphosat-Rechtsstreit zurück

Chemiekonzern Bayer stellt 4,5 Milliarden Dollar in Glyphosat-Rechtsstreit zurück


Chemiekonzern Bayer stellt 4,5 Milliarden Dollar in Glyphosat-Rechtsstreit zurück
Chemiekonzern Bayer stellt 4,5 Milliarden Dollar in Glyphosat-Rechtsstreit zurück / Foto: ©

Der Chemiekonzern Bayer hat im Streit um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup 4,5 Milliarden Dollar (knapp 3,8 Milliarden Euro) für künftige Rechtsstreitigkeiten zurückgestellt. "Wir wollen damit gegenüber unseren Investoren deutlich machen, dass die Risiken des Glyphosat-Rechtsstreits angemessen in der Bilanz abgebildet sind", erklärte Bayer-Chef Werner Baumann am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Investoren.

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Hintergrund sind Rechtsstreitigkeiten in den USA. Bayer war in den USA zu letztlich 25 Millionen Dollar Schadenersatz an einen an Krebs erkrankten Kläger verurteilt worden. Dieses Urteil will Bayer voraussichtlich im August vom US Supreme Court überprüfen lassen. Sollte das Oberste Gericht der USA den Fall annehmen, rechnet Bayer mit einem Urteil im Laufe des Jahres 2022.

Bayer sehe "gute Chancen" für eine "vorteilhafte Entscheidung" des Supreme Courts, hieß es. Das Unternehmen bereitet sich demnach aber auch darauf vor, dass das Gericht den Fall entweder nicht zur Verhandlung annimmt oder im Sinne der Kläger entscheidet. In diesem Fall sollten mit den Rücklagen "mögliche langfristige Risiken" abgebildet werden, erklärte das Unternehmen.

"Für unser Unternehmen, unsere Eigentümer und unsere Kunden ist es wichtig, dass wir nach vorne blicken und die Unsicherheit der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten hinter uns lassen können", erklärte Baumann weiter. Das Unternehmen war im Mai aus einem Programm mit dem Ziel einer milliardenschweren Einigung mit zehntausenden Klägern ausgestiegen und hatte stattdessen einen Fünf-Punkte-Plan entwickelt, mit dem künftige Rechtsrisiken zu Glyphosat adressiert werden sollen.

Zu dem Plan gehört auch, dass ab 2023 die glyphosatbasierten Produkte im US-Privatkundenmarkt durch Produkte mit alternativen Wirkstoffen ersetzt werden. Das Programm enthält außerdem vordefinierte Kompensationen, deren Höhe sich an aktuellen Vergleichen orientiert. Betroffene sollen sich direkt an den Konzern wenden können, vorausgesetzt sie haben Roundup genutzt und entwickeln in den kommenden 15 Jahren eine entsprechendes Krankheitsbild.

(W.Budayev--DTZ)

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