Deutsche Tageszeitung - Bierabsatz im ersten Halbjahr noch niedriger als 2020

Bierabsatz im ersten Halbjahr noch niedriger als 2020


Bierabsatz im ersten Halbjahr noch niedriger als 2020
Bierabsatz im ersten Halbjahr noch niedriger als 2020 / Foto: ©

Die Deutschen haben im ersten Halbjahr noch weniger Bier getrunken als im Vorjahreszeitraum: Der Absatz im Inland sank um 4,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. "Die Bilanz ist enttäuschend", erklärte der Deutsche Brauer-Bund (DBB). Der "Stotterstart" im Gastgewerbe schlage voll auf die Brauereien und das Fassbiergeschäft durch.

Textgröße ändern:

Nach sieben Monaten Lockdown sei die Wiedereröffnung der Außengastronomie und der Innengastronomie nur schleppend angelaufen. "Viele Betriebe des Gastgewerbes haben erst mit Verzögerung oder überhaupt noch nicht geöffnet, schließen abends deutlich früher ihre Türen oder legen zusätzliche Ruhetage ein", erklärte der Brauer-Bund. Keine andere Branche sei dermaßen abhängig von der Gastronomie – deshalb haben die Lockdowns die Brauereien heftig getroffen.

Der Absatz von Flaschenbier im Handel habe sich dagegen "solide entwickelt", teilte der Brauer-Bund mit. Der Konsum habe sich aber verlagert: "Trotz wieder geöffneter Gaststätten und Biergärten genießen offenbar viele Menschen ihr Bier lieber in den eigenen vier Wänden oder im Garten." Es werde eine längere Zeit dauern, bis die Verbraucherinnen und Verbraucher zu ihren alten Ausgeh-Gewohnheiten zurückkehren.

Restaurants, Bars und Hotels in Deutschland waren seit Anfang November 2020 wegen der Corona-Pandemie geschlossen.Die Corona-Beschränkungen wurden im Frühjahr, je nach regionalem Inzidenzwert, auch für die Gastronomie wieder gelockert wurden. Die Statistiker erläuterten, dass sich damit auch der Bierabsatz erholt habe: Im März wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat 12,4 Prozent und im Juni 11,2 Prozent mehr Bier abgesetzt. Langfristig betrachtet gehe der Bierabsatz in Deutschland aber seit Jahren kontinuierlich zurück.

Insgesamt - also im Inland und im Ausland - sank der Bierabsatz im ersten Halbjahr laut Statistischem Bundesamt um 2,7 Prozent oder rund 113 Millionen Liter. Die deutschen Brauereien verkauften damit rund 4,2 Milliarden Liter Bier. Mehr als 80 Prozent werden im Inland verkauft. Der Absatz im Ausland stieg um 7,7 Prozent im Vorjahresvergleich.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Rechtsstreit nach Unfall auf Rennstrecke: BGH gibt Versicherungskundin recht

In einem seit Jahren dauernden Rechtsstreit um Versicherungsschutz nach einem Motorradunfall bei einer Veranstaltung auf einer Rennstrecke hat sich eine Kundin vor dem Bundesgerichtshof (BGH) abschließend durchgesetzt. Der in den allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen des Unternehmens vereinbarte Risikoausschluss für auf das Erreichen von Höchstgeschwindigkeit abzielende Fahrtveranstaltungen greife hier nicht, entschied der BGH am Dienstag in Karlsruhe. (Az. IV ZR 251/25)

Neuer Arbeitsminister erhält Ernennungsurkunde von Steinmeier

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas hat der neue Arbeitsminister Alexander Schweitzer seine Ernennungsurkunde erhalten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten am Dienstagnachmittag in Berlin das Dokument. Am Mittwochnachmittag legt Schweitzer dann im Bundestag seinen Amtseid ab. Davor nimmt er bereits erstmals an einer Sitzung des Bundeskabinetts teil.

Missbrauchsbeauftragte fordert besseren Schutz von Kindern im Netz

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, hat einen besseren Schutz Heranwachsender im Internet gefordert. "Die Risiken im digitalen Raum explodieren", sagte Claus bei der Vorstellung ihres ersten Berichts am Dienstag in Berlin. Tagtäglich würden Kinder und Jugendliche im Netz Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung. So habe schon jeder vierte junge Mensch zwischen 14 und 17 Jahren Cyber-Grooming erlebt. Diese gezielte Online-Kontaktaufnahme sei der Auftakt für sexualisierte Übergriffe.

Arbeitgeber fordern mehr Tempo bei Reformen - Merz wirbt für Zuversicht

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat die Bundesregierung zu raschen Reformen aufgefordert. Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum in Deutschland seien "weniger Bürokratie, flexiblere Arbeit, niedrigere Belastungen und ein Staat, der schneller und digitaler wird", sagte Dulger am Dienstag beim Arbeitgebertag in Berlin, wo er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen 20-Punkte-Plan der Arbeitgeber überreichte. Merz bekräftigte seinen Willen zu den "umfangreichsten Reformen seit Jahrzehnten" - und warb zugleich für mehr Zuversicht.

Textgröße ändern: