Deutsche Tageszeitung - Arbeitskosten steigen trotz Kurzarbeiteffekts 2020 nur unterdurchschnittlich

Arbeitskosten steigen trotz Kurzarbeiteffekts 2020 nur unterdurchschnittlich


Arbeitskosten steigen trotz Kurzarbeiteffekts 2020 nur unterdurchschnittlich
Arbeitskosten steigen trotz Kurzarbeiteffekts 2020 nur unterdurchschnittlich / Foto: ©

Die durchschnittlichen Kosten für eine Stunde Arbeit haben sich in Deutschland trotz Kurzarbeit und staatlicher Unterstützungszahlungen im Jahr 2020 stabil entwickelt. Demnach stiegen die Arbeitskosten um 2,3 Prozent, wie das Institut für Makroökomoie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung am Mittwoch mitteilte. Im Vorkrisenjahr 2019 waren die Arbeitskosten etwas stärker um 2,4 Prozent gestiegen. Im europäischen Vergleich lag Deutschland im Jahr 2020 an siebter Stelle.

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In der Privatwirtschaft kostete eine Stunde Arbeit in Deutschland im Schnitt 36,70 Euro. Im privaten Dienstleistungssektor schlug die Arbeitsstunde mit 34,20 Euro zu Buche. Mit 41,60 fielen die Arbeitskosten pro Stunde im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland am höchsten aus.

"Diese und viele weitere Daten zeigen: Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist ungebrochen hoch", erklärte Alexander Herzog-Stein, IMK-Arbeitsmarktexperte und Mitautor der zugrunde liegenden Studie. "Und unterstützt durch eine engagierte Anti-Krisen-Politik ist sie stark genug, eine Ausnahmesituation wie die Corona-Pandemie ohne große Verwerfungen durchzustehen".

Der Zuwachs der Arbeitskosten war damit in Deutschland im Jahr 2020 geringer als im EU-Durchschnitt mit 2,7 Prozent und im Euroraum mit 2,6 Prozent. Stärker stiegen aufgrund der Pandemie hingegen die Lohnstückkosten: Hier verzeichneten die Experten ein Plus von 4,2 Prozent im Jahr 2020, weil die Produktivität durch den zeitweiligen Zusammenbruch von Lieferketten absank. Seit dem zweiten Halbjahr erhole sich die Produktivität jedoch wieder. Das IMK rechnet nach eigenen Angaben mit einem Rückgang der Lohnstückkosten im Jahr 2021 um 2,1 Prozent und im Jahr 2022 um weitere 1,2 Prozent.

Die höchsten Arbeitskosten in der Privatwirtschaft verzeichnete laut IMK im Jahr 2020 im europäischen Vergleich Dänemark mit 46,90 Euro die Stunde. Gefolgt wurde Dänemark von Luxemburg mit 41,80 Euro und Belgien mit 41,40 Euro. Am billigsten waren Arbeitskräfte in der Privatwirtschaft in Bulgarien mit einem Stundenlohn von 6,40 Euro. Auch in Rumänien (7,70 Euro) und Litauen (10,10 Euro) waren die Arbeitskosten sehr niedrig.

(L.Møller--DTZ)

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