Deutsche Tageszeitung - Große Unterschiede zwischen Bundesländern bei Erreichbarkeit von Bus und Bahn

Große Unterschiede zwischen Bundesländern bei Erreichbarkeit von Bus und Bahn


Große Unterschiede zwischen Bundesländern bei Erreichbarkeit von Bus und Bahn
Große Unterschiede zwischen Bundesländern bei Erreichbarkeit von Bus und Bahn / Foto: ©

Die Bewohner verschiedener Bundesländer müssen mitunter sehr unterschiedlich lange Wege zur nächstgelegenen Busstation oder zum nächsten Bahnhof zurücklegen. Wie eine am Mittwoch veröffentlichte Erhebung der Allianz pro Schiene ergab, müssen besonders die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern lange Wege in Kauf nehmen. In Hessen und im Saarland gibt es hingegen ein besonders dichtes Netz an Haltestellen und Bahnhöfen.

Textgröße ändern:

"Unsere Untersuchung offenbart große Unterschiede zwischen den Flächenländern", erklärte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. "Sowohl in Bayern als auch in Mecklenburg-Vorpommern ist der öffentliche Verkehr in der Fläche stark ausgedünnt. Das stellt der Landespolitik dort kein gutes Zeugnis aus".

Basierend auf Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wurde der Anteil der Bevölkerung berechnet, der innerhalb eines Radius von 600 Metern Luftlinie um eine Bushaltestelle oder 1200 Metern um einen Bahnhof lebt. Die Stationen müssen dabei werktags mindestens zehn Fahrten pro Richtung anbieten. Diese Distanzen gelten laut BBSR auch für Fußgänger als zumutbar.

Ergebnis des Rankings ist, dass in Bayern fast jeder fünfte Einwohner länger zu Bus und Bahn unterwegs ist, in Mecklenburg-Vorpommern sogar mehr als jeder Fünfte. Beide Schlusslichter haben sich dabei im Erreichbarkeits-Ranking verbessert: Mecklenburg-Vorpommern von knapp 75 Prozent auf 79 Prozent und Bayern von 79 Prozent auf 82 Prozent. Bei den Bestplatzierten Bundesländern Saarland und Hessen betrug der Anteil 96,7 und 96,6 Prozent. In ganz Deutschland ist im Schnitt der Weg zum nächsten öffentlichen Verkehrsmittel für 91,4 Prozent der Menschen nach den Kriterien des BBSR zumutbar.

"Die Entwicklung ist erfreulich. Alle Bundesländer haben die Versorgung mit Bus und Bahn ausgebaut", erklärte Flege. "Die gute Botschaft des Erreichbarkeits-Rankings lautet: Auch auf dem Land sind weniger Menschen abgekoppelt vom öffentlichen Verkehr. Bus und Bahn kommen zurück in die Fläche".

Mit Blick auf den Klimaschutz forderte Flege ein dichteres Netz von Haltestellen und Bahnhöfen und einen erhöhten Takt der angebotenen Fahrten. Auch auf dem Land sollte ein Leben ohne Auto möglich sein. "Ein dichtes, flächendeckendes Netz an Bahnhöfen und Haltestellen ist zudem zwingende Voraussetzung dafür, dass Deutschland beim Klimaschutz im Verkehr endlich vorankommt", erklärte Flege.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Beauftragte Ataman: Wechseljahre müssen raus aus der Tabuzone

Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, hat mehr Sensibilität und Beachtung für das Thema Wechseljahre gefordert - und zwar im Gesundheitsbereich, am Arbeitsplatz und in der Forschung. "Das Thema Frauengesundheit wurde lange vernachlässigt. Im Mittelpunkt der medizinischen Forschung stand der Mann", erklärte Ataman am Dienstag. Wie wenig das Wohlbefinden von Frauen medizinisch beachtet werde, sei "gut am Beispiel der Wechseljahre erkennbar".

IWF erwartet mehr Wirtschaftswachstum für Deutschland - Warnung vor Abwärtsrisiken

Der Internationale Währungsfonds (IWF) setzt seine Wirtschaftsprognose für Deutschland und die Weltwirtschaft hoch. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst im laufenden Jahr voraussichtlich um 1,3 Prozent, wie aus dem am Dienstag beim IWF-Jahrestreffen in Bangkok veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hervorging. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als noch im Juli prognostiziert. Auch seine Erwartung für die globale Wirtschaftsleistung hob der IWF leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent an - warnte aber vor Abwärtsrisiken.

Block-Prozess: Gericht beschlagnahmt Aufzeichnungen von Journalistin

Die gerichtliche Beschlagnahme der Tonaufzeichnung einer Journalistin hat im Zusammenhang mit dem Strafprozess um die Entführung der Kinder der Steakhauskettenerbin Christina Block zu einer scharfen Auseinandersetzung geführt. Die betroffene Wochenzeitung "Die Zeit" sprach von einem "Angriff auf die Pressefreiheit". Sie kündigte rechtliche Schritte gegen den entsprechenden Erlass des Hamburger Landgerichts an.

Deutsche Weinbaubetriebe erwarten höhere Weinernte als im letzten Jahr

Die Weinernte in Deutschland fällt 2026 voraussichtlich besser als im Vorjahr aus. Die erwartete Erntemenge wird voraussichtlich bei 8,0 Millionen Hektolitern Weinmost liegen und damit um fünf Prozent höher als 2025, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag auf Basis einer Schätzung vom 20. September mitteilte. Damit liegt die Weinernte dieses Jahres aber um vier Prozent oder 0,3 Millionen Hektoliter unter dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025.

Textgröße ändern: