Deutsche Tageszeitung - Mittelstand wehrt sich gegen Klimaschutzpläne der EU-Kommission

Mittelstand wehrt sich gegen Klimaschutzpläne der EU-Kommission


Mittelstand wehrt sich gegen Klimaschutzpläne der EU-Kommission
Mittelstand wehrt sich gegen Klimaschutzpläne der EU-Kommission / Foto: ©

Im deutschen Mittelstand regt sich Unmut gegen die Klimaschutzpläne der EU-Kommission: Die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitierten am Donnerstag aus einem Schreiben des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), in dem dieser dazu aufgefordert wird, sich dem Paket "Fit for 55" entgegenzustellen.

Textgröße ändern:

"Sollten die Pläne der Kommission in der bisherigen Form Realität werden, drohen gerade dem Wirtschaftsstandort Deutschland ein nicht wieder gutzumachender Verlust an Attraktivität und der Niedergang ganzer Industriezweige", heißt es in dem Brief von BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger an Altmaier. Schon heute seien energieintensive mittelständische Unternehmen auf Ausgleichsregelungen angewiesen, um die hohen Strompreise in Deutschland bezahlen zu können.

Die EU-Kommission wolle die Beihilfe "drastisch kürzen und einschränken", zugleich aber zusätzliche Bürokratie aufbauen, heißt es in dem Schreiben weiter. Die Energiekosten könnten die betroffenen Unternehmen nach Inkrafttreten der geplanten Neuregelung nicht mehr tragen, warnte der Verband. Die Bundesregierung müsse sich daher "dringend in Brüssel für eine Beibehaltung der bestehenden Richtlinien einsetzen". Der deutsche Mittelstand dürfe nicht zum "Opfer einer verfehlten Energiepolitik auf europäischer Ebene werden".

Die EU-Kommission hatte ihr Gesetzespaket für den Klimaschutz Mitte Juli präsentiert. Neue Zölle, Steuern und Zielvorgaben sollen die europäische Wirtschaft darauf vorbereiten, bis 2030 mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990 auszustoßen. Bis 2050 will die EU dann klimaneutral werden, also nicht mehr CO2 ausstoßen, als absorbiert oder eingespart wird. Die Kommission will dazu unter anderem die bestehenden Vorgaben zur Verringerung des Energieverbrauchs bis 2030 verschärfen.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Meta zahlt Bundesstaaten in Vergleich 16 Milliarden Dollar

Der Mutterkonzern von Instagram und Facebook hat in einem Prozess um die mutmaßliche Social-Media-Sucht von Minderjährigen einen Vergleich erzielt: Der Meta-Konzern von Mark Zuckerberg willigte in die Zahlung von 16,7 Milliarden Dollar (14,3 Milliarden Euro) ein, wie aus Gerichtsakten vom Mittwoch hervorgeht. Meta erklärte sich zudem zu Änderungen an seinen Online-Netzwerken bereit, um Kinder und Jugendliche besser vor Risiken zu schützen.

Mehr und günstigere Fernwärme: Bundeskabinett verabschiedet Gesetz

Mehr Haushalte in Deutschland sollen an Fernwärmenetze angeschlossen werden, zugleich soll Fernwärme günstiger und auch grüner werden. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch ein Gesetz, das einen Ausgleich zwischen den Interessen von Kunden, insbesondere Mietern, und den notwendigen Investitionen in die Infrastruktur schaffen soll.

Merz hält an Aus für "Rente mit 63" fest - Kabinett beendet Klausur

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will die geplante Abschaffung der "Rente mit 63" durchsetzen - auch gegen Kritik aus der eigenen Partei. Die Koalition sei sich einig, "dass wir alle Anreize zur Frühverrentung beenden müssen", sagte Merz am Mittwoch zum Abschluss einer Kabinettsklausur im brandenburgischen Neuhardenberg. Der Kanzler kritisierte dabei auch die ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten, die sich gegen die Rentenpläne gestellt hatten.

Einnahmen aus Erbschaft- und Schenkungsteuer gestiegen - Kritik an Steuererlassen

Der Staat hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld durch die Erbschaft- und Schenkungsteuer eingenommen, vor allem durch Übertragungen großer Vermögen. Die Einnahmen stiegen im Vorjahresvergleich um 61 Prozent auf rund 21 Milliarden Euro und damit auf einen neuen Höchstwert, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. 34 Großerbinnen und -erben erhielten Steuererlasse von insgesamt 3,7 Milliarden Euro - das kritisierte unter anderem der DGB.

Textgröße ändern: