Deutsche Tageszeitung - Lokführergewerkschaft bestreikt ab Montag erneut für zwei Tage den Personenverkehr

Lokführergewerkschaft bestreikt ab Montag erneut für zwei Tage den Personenverkehr


Lokführergewerkschaft bestreikt ab Montag erneut für zwei Tage den Personenverkehr
Lokführergewerkschaft bestreikt ab Montag erneut für zwei Tage den Personenverkehr / Foto: ©

Bahn-Reisende müssen sich kommende Woche erneut auf massive Ausfälle und Verspätungen einstellen: Die Lokführergewerkschaft GDL kündigte Streiks ab Montagmorgen 02.00 Uhr bis Mittwochmorgen 02.00 Uhr an. Den Güterverkehr will sie bereits ab Samstagnachmittag bestreiken. Die Deutsche Bahn (DB) kritisierte, der GDL gehe es nicht um eine Lösung im Tarifstreit, sondern um die Ausweitung ihres Einflusses im Konzern.

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Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), Claus Weselsky, warf der Bahn am Freitag vor, sie habe sich im Tarifstreit "keinen Schritt bewegt". Die Forderungen der GDL seien "einfach, nachvollziehbar und berechtigt". Sie wolle Lohnerhöhungen von 3,2 Prozent, eine Corona-Prämie von 600 Euro, eine Verbesserung der Arbeitszeit sowie "Tarifverträge für die gesamte Infrastruktur, für Netz, Station und Service und die Werkstätten".

Weselsky kritisierte erneut die Umsetzung des Tarifeinheitsgesetzes bei der Bahn. Das Gesetz muss dort angewendet werden, in denen zwei Gewerkschaften dieselben Berufsgruppen vertreten und schreibt vor, dass dort der Tarifvertrag mit der Gewerkschaft mit den meisten Mitglieder gilt. Betroffen sind laut Bahn 71 der rund 300 Betriebe. In 55 davon gelten nur die Regelungen der sehr viel größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), in 16 Betrieben der Bahn würde nur der Abschluss der GDL gelten.

Weselsky sagte, dies liege auch an der Struktur der Betriebe, und "entspricht in keinster Weise den tatsächlichen Mehrheitsverhältnissen in den Betrieben". Die GDL kämpfe dagegen mit Klagen vor Gerichten an.

DB-Personalvorstand Martin Seiler warf der GDL-Führung vor, sie treibe mit den Streiks ihren "gewerkschaftspolitischen Kampf um Ausweitung und Einfluss auf dem Rücken der Bahnkunden auf die Spitze". Der Lokführergewerkschaft gehe es um etwas anderes als um Lösungen: "Sie will bei der Bahn in Bereiche, in denen sie bislang kaum Mitglieder hat."

Seiler erklärte: "Dieser zweite Ferienstreik zeigt: ein Tarifpartner verweigert sich permanent." Er warf der GDL vor, sie habe nicht den Mut, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dies hat der Konzern mehrfach angeboten. Seiler erklärte, er halte eine Einigung über die materiellen Forderungen "mehr denn je" für möglich. Die Bahn will die Lohnerhöhung von 3,2 Prozent in Stufen später umsetzen und will eine längere Laufzeit.

GDL-Chef Weselsky bat die betroffenen Bahn-Reisenden um Verständnis. Die Gewerkschaftsmitglieder nähmen mit dem Streik ein Grundrecht wahr, betonte er. Verantwortlich sei das "Management" der Bahn, das sich weigere, die eigenen Beschäftigten ordentlich zu entlohnen.

Der Gewerkschaftschef drohte am Freitag bereits mit weiteren Arbeitskampfmaßnahmen, sollte die Bahn nicht einlenken. Diese würden dann länger dauern und auch "übers Wochenende gehen", sagte er. Bei der zweiten Streikwelle habe die GDL noch Rücksicht genommen auf das Reisewochenende - "das werden wir in Zukunft nicht mehr gewährleisten können".

(Y.Ignatiev--DTZ)

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