Deutsche Tageszeitung - Treibstoffpreise im Libanon nochmals um 70 Prozent gestiegen

Treibstoffpreise im Libanon nochmals um 70 Prozent gestiegen


Treibstoffpreise im Libanon nochmals um 70 Prozent gestiegen
Treibstoffpreise im Libanon nochmals um 70 Prozent gestiegen / Foto: ©

Die historische Wirtschaftskrise im Libanon verschlimmert sich: Laut einer am Sonntag von der staatlichen Nachrichtenagentur ANI veröffentlichten Aufstellung sind die Preise für Benzin innerhalb von weniger als zwei Wochen um fast 70 Prozent gestiegen. Seit Juni hat sich der Treibstoffpreis somit verdreifacht. Grund für die Preissteigerungen sind Subventionskürzungen der libanesischen Zentralbank.

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Nicht nur Benzin wurde den Angaben zufolge deutlich teurer: Auch Gasflaschen verteuerten sich seit vergangener Woche um die Hälfte.

Wegen der Wirtschaftskrise hat das libanesische Pfund massiv an Wert verloren. Bislang stützte die Zentralbank die von Importen abhängige Wirtschaft, indem sie Importeuren einen deutlich günstigeren Wechselkurs als der Weltmarkt bot und so die Preisanstiege begrenzte.

Da der Zentralbank allerdings die Devisen ausgehen, hat sie begonnen, die Subventionen zu kürzen. Mussten Importeure zuvor für einen Dollar rund 1500 libanesische Pfund zahlen, waren es Ende Juli bereits 3900 Pfund. Am Samstag beschlossen Regierung und Zentralbank einen Wechselkurs von 8000 Pfund je Dollar.

Infolge der seit Herbst 2019 andauernden Wirtschaftskrise erhöhen sich die Preise in den Supermärkten fast täglich. Das Land kämpft unter anderem mit Benzin- und Medikamenten-Engpässen, immer wieder kommt es zu Stromausfällen. Die Regierung setzt die Armee ein, um Treibstoffvorräte zu beschlagnahmen. Laut den Vereinten Nationen leben mittlerweile vier von fünf Libanesen unter der Armutsgrenze.

Die internationale Gemeinschaft hat hunderte Millionen Euro zur Unterstützung zugesagt. Diese sind jedoch an die Bedingung geknüpft, dass der Libanon eine Regierung bekommt, die in der Lage ist, notwendige Reformen umzusetzen. Die tief gespaltene politische Führungsriege des Landes konnte sich seit dem Rücktritt der letzten Regierung nach der gigantischen Explosion im Hafen von Beirut vor einem Jahr aber nicht einigen.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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