Deutsche Tageszeitung - Versicherungen: Gesamtschaden der Flutkatastrophe höher als bisher geschätzt

Versicherungen: Gesamtschaden der Flutkatastrophe höher als bisher geschätzt


Versicherungen: Gesamtschaden der Flutkatastrophe höher als bisher geschätzt
Versicherungen: Gesamtschaden der Flutkatastrophe höher als bisher geschätzt / Foto: ©

Nach der Unwetterkatastrophe in Deutschland haben die Versicherungen ihre Schätzung der Schäden deutlich angehoben: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechne jetzt mit Versicherungsschäden von rund sieben Milliarden Euro, wie Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen am Mittwoch mitteilte. Bislang war der Verband von 4,5 bis 5,5 Milliarden Euro ausgegangen. Die tatsächlichen Schäden sind noch viel höher - viele Gebäude sind nicht gegen Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser versichert.

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"Mit fortschreitender Schadenaufnahme und -regulierung zeigt sich erst die Dimension dieses Extremereignisses", erklärte Asmussen. 6,5 Milliarden Euro Versicherungsschäden entfallen demnach auf Wohngebäude, Hausrat und Betriebe; weitere 450 Millionen Euro auf Kraftfahrzeuge.

Aktuell gehen die Versicherer laut GDV von etwa 250.000 Schadenfällen aus - rund 200.000 an Häusern, Hausrat und Betrieben und bis zu 50.000 an Kraftfahrzeugen. "Die Versicherer arbeiten weiter unter Hochdruck, um den Betroffenen schnell zu helfen", versicherte Asmussen.

Die Unwetterfront "Bernd" war vom 13. bis 18. Juli über weite Teile Deutschlands hinweggezogen. Durch Starkregen und Hochwasser richtete das Tiefdruckgebiet vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch in Bayern und Sachsen schwere Schäden an. Die Sturzflut ist laut GDV die historisch schadenreichste Naturkatastrophe in Deutschland. Die Schäden liegen über denen der Hochwasser im August 2002 (4,75 Milliarden Euro) und im Juni 2013 (2,25 Milliarden Euro) sowie des Orkans "Kyrill" (3,6 Milliarden Euro).

Die Werte seien zum besseren Vergleich jeweils hochgerechnet auf aktuelle Versicherungsdichte und Preise, erklärte der GDV. "Zusammen mit den hohen Hagelschäden im Frühsommer zeichnet sich ab, dass 2021 für die Versicherer eines der teuersten Naturgefahrenjahre überhaupt wird", sagte Asmussen.

(W.Budayev--DTZ)

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