Deutsche Tageszeitung - Verdi: Mehrheit der Wahlberechtigten kritisiert schwindende Tarifbindung

Verdi: Mehrheit der Wahlberechtigten kritisiert schwindende Tarifbindung


Verdi: Mehrheit der Wahlberechtigten kritisiert schwindende Tarifbindung
Verdi: Mehrheit der Wahlberechtigten kritisiert schwindende Tarifbindung / Foto: ©

Die Tarifbindung in Deutschland nimmt ab - diese Entwicklung bewerten die Wählerinnen und Wähler laut der Gewerkschaft Verdi als überwiegend negativ und wünschen sich mitunter einen Eingriff des Gesetzgebers. Die Dienstleistungsgewerkschaft veröffentlichte am Freitag die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1038 Wahlberechtigten. Demnach bewerteten in Westdeutschland 85 Prozent und im Osten 88 Prozent der Befragten die schwindende Tarifbindung als negativ.

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Besonders ausgeprägt war die Ablehnung bei Anhängern der SPD und der Grünen mit 93 beziehungsweise 92 Prozent. Bei den AfD- und FDP-Anhängern waren es jeweils 76 Prozent. Die Ergebnisse seien ein "klarer Handlungsauftrag an die künftige Bundesregierung", erklärte Verdi-Chef Frank Werneke.

Wie Verdi weiter mitteilte, sprachen sich 65 Prozent aller Befragten zudem für staatliche Eingriffe aus, wenn es darum geht, die Tarifbindung in den Branchen zu stärken oder zu erhalten. 31 Prozent der Befragten sind dagegen. Die Zustimmung zu einem aktiven Staat ist laut Verdi in Ostdeutschland etwas höher als im Westen und stößt bei Frauen auf mehr Zustimmung als bei Männern.

Die angegebene Parteienpräferenz spielt dabei ebenfalls eine große Rolle: Während sich Linken-Anhänger zu 89 Prozent für einen Eingriff des Staates aussprachen, waren es bei den FDP-Anhängern nur 38 Prozent. Von den Befragten, die der Meinung waren, dass sich der Staat grundsätzlich aus der Tarifautonomie raushalten solle, befürwortete indes eine Mehrheit von 55 Prozent Ausnahmen in Bereichen wie Pflege oder Einzelhandel.

Eine deutliche Mehrheit von 70 Prozent der befragten Wählerinnen und Wähler befürwortet laut Verdi zudem, dass Bund, Länder und Kommunen ihre öffentlichen Aufträge im Gesamtvolumen von 400 Milliarden Euro jährlich nur an Unternehmen vergeben, die nach Tariflohn zahlen. Hier ergab sich laut Verdi ein überparteilicher Konsens.

(N.Loginovsky--DTZ)

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