Deutsche Tageszeitung - Bundesumweltministerium will mit nationaler Moorschutzstrategie das Klima schützen

Bundesumweltministerium will mit nationaler Moorschutzstrategie das Klima schützen


Bundesumweltministerium will mit nationaler Moorschutzstrategie das Klima schützen
Bundesumweltministerium will mit nationaler Moorschutzstrategie das Klima schützen / Foto: ©

Mit einer nationalen Moorschutzstrategie will das Bundesumweltministerium den Klimaschutz vorantreiben. "Mit Moorschutz schafft man vielfachen Nutzen", erklärte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Mittwoch. Die Maßnahmen seien wichtig für den Klimaschutz, den Erhalt der Artenvielfalt und für die Anpassung an extreme Wetterereignisse. Der Deutsche Bauernverband (DBV) bezeichnete die nationale Strategie als "überflüssig" und als "Schaulaufen im Wahlkampf". Die Umweltorganisation BUND forderte ambitioniertere Ziele.

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Während die Bundesländer ihre Verpflichtungen im Moorschutz laut Bundesumweltministerium zum großen Teil bereits festgelegt haben, fehlte bisher eine entsprechende Strategie auf Bundesebene. Mit der nun vorgelegten nationalen Strategie solle "die Grundlage für einen konsistenten, zwischen Bundes- und Länderebene gut verzahnten Moorschutz" geschaffen werden. Klar sei, dass "wir nach einem Jahrhundert des Verlustes an Mooren nun ein Jahrzehnt des engagierten Wiederaufbaus von Mooren brauchen", erklärte Flasbarth weiter.

Zentrales Ziel der Strategie ist die Renaturierung und Wiedervernässung degradierter und entwässerter Flächen und der Schutz noch bestehender Moore. Geplant sind finanzielle Anreize für die Wiedervernässung derzeit landwirtschaftlich genutzter Flächen, erklärte das Umweltministerium. Außerdem bestehe dringender Handlungsbedarf bei der Vorbildfunktion von Bundesflächen, der internationalen Zusammenarbeit und der Forschungsförderung.

Entwässerte Moore stellen eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen dar: Im Jahr 2019 stammten laut Umweltministerium 6,7 Prozent der Emissionen in Deutschland aus der Zersetzung von Moorböden in Folge von Entwässerungsmaßnahmen und Torfnutzung. Mehr als 90 Prozent der Moorböden in Deutschland wurden demnach entwässert und werden heute für Land- und Forstwirtschaft oder als Wohn- und Verkehrsfläche genutzt.

Der Bauernverband kritisierte die nationale Moorschutzstrategie angesichts einer bereits geplanten Bund-Länder-Vereinbarung zum Moorschutz als "überflüssig". Er habe "kein Verständnis" für das Vorgehen des Ministeriums, eine "separate Strategie weitestgehend gleichen Inhalts zu verbreiten", erklärte der stellvertretende Generalsekretär des DBV, Udo Hemmerling.

Der Schutz der Moorböden sei zwar relevant für den Klimaschutz, müsse jedoch auf Freiwilligkeit basieren. "Es darf keine Vertreibung von der eigenen Scholle im Namen des Klimaschutzes stattfinden, sondern es müssen neue wirtschaftliche Grundlagen für die Landwirte geschaffen werden", forderte Hemmerling. Nach Informationen des Bauernverbands sollen im Rahmen der geplante Bund-Länder-Vereinbarung Maßnahmen zum Moorbodenschutz aus dem Energie- und Klimafonds des Bundes mit jährlich 56 Millionen Euro finanziert werden.

Der Vorsitzende der Umweltorganisation BUND, Olaf Bandt, begrüßte die Moorschutzstrategie dagegen als "Schritt in die richtige Richtung", bedauerte jedoch, dass dieser "noch sehr zaghaft ausfällt". Die geplante Reduktion von fünf Millionen Tonnen Treibhausgasen jährlich bis 2030 greife zu kurz, kritisierte er, die neue Bundesregierung müsse "nachschärfen". "Die Bundesregierung muss sich um den Moorschutz endlich so kümmern wie um den Klimaschutz und den Schutz der biologischen Vielfalt", forderte Bandt.

(W.Budayev--DTZ)

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