Deutsche Tageszeitung - Gazprom meldet Fertigstellung von Nord Stream 2

Gazprom meldet Fertigstellung von Nord Stream 2


Gazprom meldet Fertigstellung von Nord Stream 2
Gazprom meldet Fertigstellung von Nord Stream 2 / Foto: ©

Die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream 2 ist fertig - und sorgt umgehend für neuen Streit: Der Kreml forderte am Freitag eine zügige Inbetriebnahme, die ukrainische Regierung kündigte an, sie werde das Projekt "bekämpfen". Zuvor hatte der russische Energieriese Gazprom, der an der Pipeline maßgeblich beteiligt ist, die Fertigstellung verkündet.

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Die Bauarbeiten an Nord Stream 2 seien am Freitagmorgen "vollständig abgeschlossen" worden, sagte Konzernchef Alexej Miller nach Angaben von Gazprom. Weitere Angaben machte das Unternehmen zunächst nicht.

Die Betreiberfirma der Pipeline, die Nord Stream 2 AG, will die neue Leitung früheren Angaben zufolge noch vor Jahresende in Betrieb nehmen. Hinter dem Projekt stehen neben Gazprom auch Uniper und Wintershall Dea aus Deutschland, der französische Konzern Engie, der britisch-niederländische Konzern Shell sowie OMV aus Österreich als Finanzinvestoren.

Die russische Führung mahnte zur Eile. "Wir haben alle ein Interesse daran, dass es so schnell wie möglich passiert", antwortete Kreml-Sprecher Dmitri Peskow auf die Frage, wann die nötigen Genehmigungen für den Start des Gastransfers vorliegen würden.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, forderte Kritiker des Projekts zur Aufgabe ihrer Position auf. "Es ist allen klar, auch den Kritikern von Nord Stream 2 und denen, die sich verzweifelt gegen den Bau gestemmt haben, dass das Projekt nicht gestoppt werden kann", schrieb sie im Messengerdienst Telegram.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hingegen "hat immer betont, dass die Ukraine gegen dieses politische Projekt Russlands kämpfen werde", sagte Selenskyjs Sprecher Sergiy Nykyforow. Dies gelte "bis zur Fertigstellung und danach und auch nach Beginn der Gaslieferungen".

Die Bundesregierung wollte sich zum weiteren Ablauf nicht äußern. Was die nächsten Schritte seien, würden die Betreiber entscheiden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Zufrieden zeigte sich der Linken-Wirtschaftspolitiker Klaus Ernst. Die Fertigstellung der Pipeline sei "ein Erfolg für den deutschen Gaskunden, industriell wie privat", erklärte er.

Der Bau von Nord Stream 2 hatte im Mai 2018 begonnen. Die etwa 1200 Kilometer lange, aus zwei Leitungen bestehende Pipeline soll künftig in weitaus größerem Umfang als bislang russisches Erdgas nach Deutschland bringen.

Der Bau der Röhren auf dem Grund der Ostsee hatte sich insbesondere wegen Widerstands der USA verzögert. Ende 2019 verhängte die damalige Regierung von US-Präsident Donald Trump Sanktionen, um die Fertigstellung der Pipeline zu verhindern. Die Bauarbeiten wurden daraufhin ausgesetzt.

Erst im Juli dieses Jahres gab es zu dem Projekt eine Einigung mit den USA. Umstritten ist das deutsch-russische Projekt auch innerhalb Europas. Befürchtet wird, dass sie die Position traditioneller Gas-Transitländer wie der Ukraine schwächen könnte. Umweltschützer wiederum kritisieren die Pipeline aus klimapolitischen Gründen.

(A.Stefanowych--DTZ)

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