Deutsche Tageszeitung - Lebensmittel-Lieferdienst Getir will in Deutschland stark expandieren

Lebensmittel-Lieferdienst Getir will in Deutschland stark expandieren


Lebensmittel-Lieferdienst Getir will in Deutschland stark expandieren
Lebensmittel-Lieferdienst Getir will in Deutschland stark expandieren / Foto: ©

Der türkische Schnelllieferdienst für Lebensmittel, Getir, plant zwei Monate nach seinem Start in Berlin eine rasche Ausweitung des Geschäfts auf dem deutschen Markt. Die Zahl der Mitarbeiter soll bis Ende des laufenden Jahres von derzeit 300 auf rund 1000 steigen. "Für die nächsten zwei Jahre gehe ich von 10.000 Arbeitsplätzen in Deutschland aus", sagte Unternehmenschef Nazim Salur der "Welt" vom Montag.

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Noch im laufenden Jahr sollen sechs weitere deutsche Städte dazu kommen, zunächst im Oktober Hamburg, dann Köln, Düsseldorf, Dortmund und Essen und eine Stadt in Süddeutschland - hier kämen Stuttgart, Nürnberg oder München in Betracht, sagte Salur weiter. Dort suche Getir nach Standorten für Verteilcenter. Trotz des hohen Tempos brauche das Unternehmen schon zum Start eine ausreichende regionale Marktdurchdringung: "Wir wollen von Anfang an mindestens die Hälfte der Bevölkerung in den Städten erreichen, in denen wir antreten."

Das von Salur 2015 in Istanbul gegründete Unternehmen ist bisher in Deutschland noch kaum bekannt, gilt jedoch laut "Welt" mit einem Unternehmenswert von umgerechnet 6,8 Milliarden Euro als das wertvollste Startup der Türkei. Bisher sammelte Getir (zu deutsch: "Bring") demnach in drei Finanzierungsrunden knapp eine Milliarde Dollar bei Investoren zur Finanzierung des internationalen Wachstums ein, darunter in Deutschland. Auch in London, Paris und Amsterdam fahren seit wenigen Monaten die lila-gelben Elektro-Mopeds der Getir-Boten.

Zu den umstrittenen Arbeitsbedingungen für die Kuriere von Schnelllieferdiensten sagte Salur, Getir zahle einen Stundenlohn von anfänglich 10,50 Euro. Die Boten hätten die Wahl zwischen unbefristeten festen Vollzeitstellen und temporären oder Teilzeit-Jobs. Zudem würden an den Verteilstellen Ruheräume und Toiletten zur Verfügung gestellt. Die körperliche Belastung halte sich durch die Verwendung von E-Mopeds in Grenzen. Auch werde kein Bote zu übermäßiger Eile gedrängt.

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Bringdiensten, viele der Angebote gibt es bisher aber nur in größeren Städten. Insbesondere die sehr schnellen Lieferdienste, die Einkäufe in zehn Minuten an die Haustür bringen, arbeiten aus einem engen Netz von zentral gelegenen Lagern, das nur in den Innenstädten großer Städte besteht. Supermarktketten wie Rewe oder der Onlineanbieter Amazon Fresh haben ein deutlich weiter ausgebautes Logistiknetz.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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