Deutsche Tageszeitung - US-Mutter von krebskrankem Jungen verklagt Bayer-Tochter Monsanto

US-Mutter von krebskrankem Jungen verklagt Bayer-Tochter Monsanto


US-Mutter von krebskrankem Jungen verklagt Bayer-Tochter Monsanto
US-Mutter von krebskrankem Jungen verklagt Bayer-Tochter Monsanto / Foto: ©

In einer weiteren Entwicklung des juristischen Konflikts in den USA um das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup hat die Mutter eines an Krebs erkrankten Jungen die Bayer-Tochter Monsanto verklagt. In der am Montag bei einem Gericht in Los Angeles eingereichten Klage macht die Mutter Monsanto dafür verantwortlich, dass ihr Sohn am sogenannten Burkitt-Lymphom, einer seltenen und besonders aggressiven Krebsart, erkrankt ist.

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Der Klageschrift zufolge war das Kind dem Unkrautvernichter ausgesetzt, als die Mutter dieses auf ihrem Grundstück versprühte. Der Junge war demnach nur vier Jahre alt, als bei ihm im Jahr 2016 das Burkitt-Lymphom festgestellt wurde. Dieses Lymphom zählt zu den am schnellsten wachsenden Tumorarten.

In der Klageschrift heißt es, laut der Schlussfolgerung von Experten sei Roundup ein "wesentlicher Faktor" in der Entstehung des Krebses bei dem Jungen gewesen. Die Anwälte der Mutter werfen Monsanto vor, "seit Jahrzehnten von der Verbindung zwischen Herbiziden auf Glyphosat-Basis und Krebs gewusst" zu haben.

Monsanto sieht sich wegen Roundup in den USA bereits mit zahlreichen Klagen konfrontiert, in denen das Herbizid als Ursache von Krebserkrankungen benannt wird. Das US-Unternehmen war im Jahr 2018 von Bayer aufgekauft worden. Der Leverkusener Chemiekonzern übernahm damit auch die juristischen Probleme von Monsanto.

Bayer betont stets, dass Roundup bei sachgerechter Anwendung sicher sei und verweist auf entsprechende Einschätzungen unter anderem der US-Umweltbehörde EPA und auch der Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland. Die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung hatte hingegen 2015 konstatiert, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei.

Im vergangenen August zog der Leverkusener Konzern in dem Streit vor das Oberste Gericht der USA. Bayer beantragte dort eine Revision des sogenannten Hardeman-Falls.

In diesem Fall hatte ein Bundesberufungsgericht in San Francisco im Mai eine Verurteilung des Konzerns zu Schadenersatz in Millionenhöhe an den an Krebs erkrankten Edwin Hardeman bestätigt, der jahrelang Roundup verwendet hatte. Zur Begründung hatte es in dem Fall unter anderem geheißen, Monsanto habe nicht genügend vor den gesundheitlichen Risiken des Einsatzes von Roundup gewarnt.

Im Mai stieg Bayer aus einem Vergleichsverfahren mit dem Ziel einer milliardenschweren Einigung mit zehntausenden Klägern aus. Stattdessen entwickelte der Konzern einen Fünf-Punkte-Plan, mit dem künftigen Rechtsrisiken zu Roundup begegnet werden soll.

(O.Tatarinov--DTZ)

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