Deutsche Tageszeitung - Tennet-Chef: Geplante Übertragungsleitungen werden für Energiewende nicht reichen

Tennet-Chef: Geplante Übertragungsleitungen werden für Energiewende nicht reichen


Tennet-Chef: Geplante Übertragungsleitungen werden für Energiewende nicht reichen
Tennet-Chef: Geplante Übertragungsleitungen werden für Energiewende nicht reichen / Foto: ©

Die bislang in Deutschland geplanten Höchstspannungsleitungen werden nach Einschätzung des Übertragungsnetzbetreibers Tennet nicht ausreichen, um die Energiewende zum Erfolg zu führen. "Bislang wurde beim Strombedarf eher konservativ gerechnet. Für eine CO2-neutrale Industrie werden wir aber sehr viel mehr Ökostrom benötigen, als heute zur Verfügung steht. Und das auch viel schneller als gedacht", sagte Tennet-Chef Tim Meyerjürgens dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagsausgaben).

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An einem massiven Ausbau des Ökostroms an Land und der Windenergie auf See werde kein Weg vorbeiführen. "Und um den an Land und auf See erzeugten grünen Strom dann in die Ballungszentren und Wirtschaftsregionen zu transportieren, werden wir mehr Übertragungsleitungen brauchen als bislang geplant", fügte Meyerjürgens hinzu.

Für Verzögerungen beim Leitungsbau machte der Unternehmenschef vor allem die Politik verantwortlich. "Wenn in laufenden Projekten die Rahmenbedingungen geändert werden, ist das für eine schnelle Fertigstellung hinderlich. Wir werben deshalb immer wieder dafür, einmal begonnene Vorhaben unangetastet zu lassen", sagte Meyerjürgens dem RND. Die Gleichstromtrasse SuedLink etwa sei als Überlandleitung geplant gewesen, bevor die Politik auf eine Erdverkabelung bestanden habe. "Da mussten wir die Planung noch einmal bei Null beginnen. Allein diese Entscheidung hat uns drei Jahre gekostet."

Ein weiteres Problem sei die in Genehmigungsverfahren erforderliche Detailtiefe, kritisierte der Tennet-Chef. "Planungsverfahren in Deutschland sind extrem detailreich. Praktisch alles muss im Vorhinein festgelegt werden." Er forderte, dies zu begrenzen. "Den Verlauf einer Trasse und deren Auswirkungen sollte man für eine Genehmigung beschreiben. Den Kurvenradius einer Baustraße kann man problemlos später klären."

(A.Stefanowych--DTZ)

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