Deutsche Tageszeitung - Weniger verkaufte Autos in Europa wegen Lieferengpässen bei Halbleitern

Weniger verkaufte Autos in Europa wegen Lieferengpässen bei Halbleitern


Weniger verkaufte Autos in Europa wegen Lieferengpässen bei Halbleitern
Weniger verkaufte Autos in Europa wegen Lieferengpässen bei Halbleitern / Foto: ©

Die Autohersteller in Europa haben trotz hoher Nachfrage im August fast ein Fünftel weniger Neuwagen verkauft als im Vorjahresmonat. Grund seien die Lieferengpässe bei Halbleitern, sie führten zu Produktionsausfällen, erklärte die Unternehmensberatung EY am Donnerstag. Die Hersteller könnten die derzeit hohe Nachfrage nicht bedienen.

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Verglichen mit August 2019 - also vor der Corona-Krise - ergab sich laut EY ein noch größeres Minus von 34 Prozent. Der deutsche Neuwagenmarkt verzeichnete demnach einen Rückgang von 23 Prozent.

Grund für die sinkende Anzahl verkaufter Neuwagen seien die Probleme in den Lieferketten der Autohersteller. "Das Vorkrisenniveau bleibt in weiter Ferne, da es bei den Herstellern aufgrund fehlender Bauteile teils zu massiven Produktionsausfällen kommt", erklärte EY-Partner Peter Fuß. "Die Nachfrage ist zwar groß, aber die Industrie ist derzeit nicht in der Lage, sie vollständig zu bedienen."

Da der Aufbau von Produktionskapazitäten für Halbleiter in etwa zwei Jahre in Anspruch nehme, werde das Thema die Autoindustrie in Europa noch lange beschäftigen. Es bestehe aber Hoffnung, dass die akuten Lieferengpässe zum Ende des Jahres behoben seien, erklärte Fuß. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien grundsätzlich positiv: "Die Konjunktur ist robust, neue Lockdowns erscheinen unwahrscheinlich, der aufgestaute Nachholbedarf ist erheblich", erklärte Fuß.

Die Nachfrage nach Elektroautos und Plug-In-Hybriden sei ungebrochen hoch, in den fünf größten Absatzmärkten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien verdoppelte sich deren Anteil im Vorjahresvergleich im August auf 20,3 Prozent, wie die Unternehmensberatung ausführte. Deutschland hatte mit 27,6 Prozent demnach erneut den höchsten Marktanteil. "Die Nachfrage nach Elektroautos und Plug-in-Hybriden ist anhaltend hoch – nicht zuletzt dank Kaufprämien und Steuervorteilen", erklärte Fuß.

Der Zuwachs bei Elektroautos ging insbesondere auf Kosten klassischer Verbrenner. So waren im August nur noch 17,4 Prozent aller Neuwagen Diesel - vor einem Jahr hatte deren Anteil noch bei 28,8 Prozent gelegen. "Wenn die Entwicklung der vergangenen Monate anhält, werden bereits im kommenden Jahr in Westeuropa mehr Elektroautos als Diesel-Pkw verkauft", prognostizierte Fuß.

(O.Tatarinov--DTZ)

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