Deutsche Tageszeitung - Immobilienwirtschaft warnt nach Volksentscheid in Berlin vor "Scheinlösungen"

Immobilienwirtschaft warnt nach Volksentscheid in Berlin vor "Scheinlösungen"


Immobilienwirtschaft warnt nach Volksentscheid in Berlin vor "Scheinlösungen"
Immobilienwirtschaft warnt nach Volksentscheid in Berlin vor "Scheinlösungen" / Foto: ©

Nach der Annahme des Berliner Volksentscheids zur Enteignung großer Wohnkonzerne hat die Immobilienwirtschaft vor teuren "Scheinlösungen" gewarnt. "Bezahlbares Wohnen lässt sich nicht durch Scheinlösungen wie Enteignung sichern", sagte der Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft, Axel Gedaschko, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Dienstag. Das sei "eindeutig der falsche Weg".

Textgröße ändern:

Er bezeichnete Vergesellschaftungen als "teure und unwirksame Ideen" und forderte stattdessen eine nachhaltige Bodenpolitik, eine starke soziale Wohnraumförderung sowie politischen Willen, den Wohnungsneubau voranzubringen. Nur so könne Menschen bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum geholfen werden, sagte Gedaschko.

Eine Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner hatte am Sonntag für den Volksentscheid "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" gestimmt. 56,4 Prozent votierten dafür und 39,0 Prozent dagegen, auch das Mindestquorum wurde erreicht - damit gilt der Volksentscheid als angenommen. Ziel der Bürgerinitiative ist die Vergesellschaftung von Wohnungen der großen Immobilienkonzerne in Berlin.

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen geht davon aus, dass letztlich "nur eine Minderheit tatsächlich für eine Umsetzung einer Enteignung" sei. Vorstandsmitglied Maren Kern verwies dabei in den RND-Zeitungen auf Umfragen, wonach die Wählerinnen und Wähler bei ihrer Entscheidung berücksichtigt hätten, dass die Umsetzung des Entscheids nicht bindend ist.

Da nicht über ein konkretes Gesetz oder eine Verfassungsänderung abgestimmt wurde, bedeutet das Ergebnis keine rechtliche Verpflichtung für den neuen Senat. Dieser muss also nicht ein entsprechendes Gesetz zur Enteignung ausarbeiten.

"Berlins Wohnungsproblem lässt sich nicht durch Enteignungen lösen, sondern nur durch gemeinsame Anstrengungen für mehr Wohnen", sagte Kern weiter. Sie schlug ein "Bündnis für Neubau und Wohnen" vor. Besorgt zeigten sich auch genossenschaftliche Immobilienbesitzer. "Viele Genossenschaften fürchten, dass eine rechtssichere Ausnahme von Genossenschaften – wie bereits beim Mietendeckel - nicht möglich ist", sagte etwa Dirk Enzesberger, Vorstandsmitglied der Charlottenburger Baugenossenschaft, dem RND.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Benachteiligung von Drittanbieter-Apps: Kartellamt akzeptiert Apples Änderungen

Das Bundeskartellamt hat von Apple angebotene Änderungen bei Datenschutzvorgaben für App-Anbieter akzeptiert. Die Abfragefenster für die Einwilligung zur werblichen Nutzung personalisierter Daten sollen bei Apples eigenen Apps und bei Apps von Drittanbietern angeglichen werden, wie die Bonner Behörde am Montag mitteilte. Das entsprechende Verfahren gegen Apple ist damit abgeschlossen.

Deutsche geben im Schnitt 309 Euro monatlich für Freizeit, Sport und Kultur aus

Die Kreuzfahrt, die Gebühr fürs Fitnessstudio oder die Eintrittskarte ins Museum: Für Freizeit, Sport und Kultur haben die Deutschen im Jahr 2024 im Schnitt 309 Euro monatlich ausgegeben. Das waren 9,5 Prozent ihrer Konsumausgaben, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Dazu gehören demnach Ausgaben für Sport- und Freizeitartikel, Bücher, Zeitschriften, Musikinstrumente, Spielzeug und Hobbybedarf, für Eintrittskarten oder Kurse, für Gartenartikel und Haustiere und für Pauschalreisen.

Jeder Zehnte der 20- bis 24-Jährigen ohne Job und ohne Ausbildung

In Deutschland sind zehn Prozent der 20- bis 24-Jährigen im vergangenen Jahr nicht in einer Ausbildung oder Beschäftigung gewesen - im EU-Vergleich ist das eine niedrige Quote, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Allerdings ist der Anteil in den vergangenen Jahren leicht gestiegen: Im Jahr 2022 etwa waren noch 8,8 Prozent der 20- bis 24-Jährigen nicht in einer Ausbildung oder im Job.

Zwölf Tote bei Busunfall in Ungarn - Fünf Menschen in Lebensgefahr

Bei dem schwersten Busunfall in Ungarn seit mehr als 20 Jahren sind in der Nacht zum Sonntag zwölf Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zehn weitere Menschen seien schwer verletzt worden, teilte Ungarns Regierungschef Peter Magyar im Onlinedienst Facebook mit. Fünf der Verletzten schwebten nach Angaben der Einsatzkräfte in Lebensgefahr. Der polnische Bus mit Pilgern an Bord war auf der Autobahn in einen Graben gefahren und umgekippt.

Textgröße ändern: