Deutsche Tageszeitung - Johnson will trotz Benzinmangels keinen Vorrang für wichtige Berufe an Tankstellen

Johnson will trotz Benzinmangels keinen Vorrang für wichtige Berufe an Tankstellen


Johnson will trotz Benzinmangels keinen Vorrang für wichtige Berufe an Tankstellen
Johnson will trotz Benzinmangels keinen Vorrang für wichtige Berufe an Tankstellen / Foto: ©

Trotz der Engpässe bei der Treibstoffversorgung will der britische Premierminister Boris Johnson keine Vorzugsbehandlung für systemrelevante Berufsgruppen. Dies sei nicht nötig, da "sich die Lage jetzt stabilisiert und die Situation an den Tankstellen besser wird", sagte Johnson am Dienstag. Er forderte die Bevölkerung auf, "ganz normal ihren Geschäften nachzugehen und zu tanken, wenn man es wirklich braucht".

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Zuvor hatten Gewerkschaften Vorrang an den Zapfsäulen für wichtige Berufsgruppen wie Ärztinnen, Pfleger, Lehrende oder Polizeikräfte gefordert. Seit fünf Tagen gibt es vor Tankstellen im ganzen Land lange Warteschlangen. Dem Tankstellenverband Petrol Retailers Association (PRA) zufolge hatten am Dienstagmorgen mehr als ein Drittel der Tankstellen seiner Mitglieder keinen Kraftstoff mehr.

Die Treibstoffknappheit wirkte sich auf zahlreiche Bereiche aus: Amateur-Fußballspiele wurden abgesagt und Schulen warnten vor einer Rückkehr zum Online-Unterricht, wenn die Lehrer die Klassenzimmer nicht erreichen können. Lebensmittelhersteller warnten, dass die Treibstoffknappheit die bestehenden Probleme in der Lieferkette für Supermärkte weiter verschärfen könnte.

Die Regierung macht Hamsterkäufe für den Mangel verantwortlich. Tankstellenbetreiber wie Shell, BP und Esso betonen hingegen, es gebe "reichlich Treibstoff in den britischen Raffinerien" - es fehlten aber die Fahrer zum Ausliefern. Die Konzerne rechnen mit einer Normalisierung der Lage in den kommenden Tagen.

In Großbritannien fehlen Schätzungen zufolge rund 100.000 Lkw-Fahrer. Gründe für den beispiellosen Mangel sind der Brexit und die Corona-Pandemie. Schnelle Abhilfe könnte der Einsatz der Armee bringen; die Regierung hatte am Montagabend angeordnet, das Militär solle sich bereithalten.

(W.Uljanov--DTZ)

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