Deutsche Tageszeitung - EU-Agrarminister beraten über Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik

EU-Agrarminister beraten über Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik


EU-Agrarminister beraten über Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik
EU-Agrarminister beraten über Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik / Foto: ©

Die EU-Landwirtschaftsminister haben am Montag über die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in den Mitgliedstaaten beraten. Dabei forderten sie von der EU-Kommission ein transparentes Vorgehen bei der Bewertung der Strategiepläne, die jedes Mitgliedsland bis Ende des Jahres vorlegen soll, berichtete der slowenische Agrarminister Jože Podgorsek nach einem Treffen der für Landwirtschaft und Fischerei zuständigen EU-Minister in Luxemburg.

Textgröße ändern:

Im Juni hatten sich die 27 Mitgliedstaaten nach monatelangen Verhandlungen auf eine Reform der milliardenschweren Agrarpolitik geeinigt. Die endgültige Zustimmung des EU-Parlaments und die förmliche Billigung des Rats stehen jedoch noch aus. Bis Ende des Jahres sollen die einzelnen Mitgliedsländer der Europäischen Kommission Strategiepläne vorlegen, wie sie die Ziele der neuen Förderperiode ab 2023 erreichen wollen.

"Es gibt Bedenken, aber ich hoffe, dass wir letztendlich alle Strategiepläne am Jahresende vorliegen haben", sagte EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski am Montagabend vor Journalisten. Er forderte von den Mitgliedstaaten dabei die Einhaltung des im Juli von den EU-Agrarministern bestimmten Ziels, bis 2030 mindestens 25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in der EU für Bio-Anbau zu nutzen. Es sei "sehr wichtig, dass die Mitgliedstaaten mit eigenen Strategien belegen, wie sie den biologischen Landbau weiter fördern wollen", sagte Wojciechowski.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium setze sich "dafür ein, dass in der neuen Förderperiode Verwaltungsvereinfachungen und Bürokratieabbau umgesetzt werden", teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) vor dem Treffen in Luxemburg mit.

Die GAP ist der zweitgrößte Posten im EU-Haushalt. Bis 2027 geht es um die Verteilung von insgesamt rund 387 Milliarden Euro. Die Reform soll wegen der Verzögerung der Verhandlungen schon im vergangenen Jahr erst nach einer Übergangsphase ab 2023 gelten.

Die für Landwirtschaft und Fischerei zuständigen EU-Minister beschäftigten sich am Montag zudem mit den maximal erlaubten Fangmengen für Fischer in der Ostsee für kommendes Jahr. Es wird erwartet, dass die Minister am Dienstagmorgen bekannt geben, auf welche Fangquoten sie sich geeinigt haben.

Nach der Sitzung am Montag sprangen Deutschland, Spanien, Italien sowie weitere Länder Frankreich im Fischerei-Streit mit Großbritannien bei. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten sie Londons Vorgehen bei der Genehmigung von Zugangsrechten zu seinen Gewässern für französische Fischer als "unvollständig und unangemessen". Großbritannien hatte sich geweigert, alle von französischen Schiffen beantragten Lizenzen im Rahmen eines Post-Brexit-Abkommens zu erteilen. Frankreich hatte deshalb die anderen EU-Länder um Unterstützung gebeten.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Bill Gates warnt vor Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen

Microsoft-Gründer Bill Gates hat vor einer Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen im kommenden Jahr gewarnt. Die Gefahr einer außer Kontrolle geratenen Künstlichen Intelligenz bestehe in den kommenden Jahren eher nicht, sagte Gates am Sonntag dem US-Sender ABC News. Viel größer sei die Gefahr, dass "schlechte Menschen" KI-Systeme ohne Schutzvorkehrungen für Cyberangriffe oder Bioterrorismus nutzten.

Angriffe auf Flughafen: Reiche muss Rückflug von Konferenz in Riad umplanen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nimmt inmitten der anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Flughäfen in Saudi-Arabien an einer Energiekonferenz in der saudiarabischen Hauptstadt Riad teil - und muss nun ihre Rückreise umplanen. Aufgrund der Sperrung des internationalen Flughafens in Riad könne "die für morgen geplante Rückreise voraussichtlich nicht wie vorgesehen stattfinden", erklärte eine Ministeriumssprecherin am Sonntagabend.

Trump meldet "Energie-Waffenruhe" zwischen Russland und der Ukraine

Russland und die Ukraine haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen. Mit "sofortiger Wirkung" gelte eine "Energie-Waffenruhe" im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Huthis drohen nach tödlichem Angriff auf Flughafen in Riad mit weiteren Attacken

Nach einem Angriff mit zwölf Todesopfern und hunderten Verletzten in Riad hat die pro-iranische Huthi-Miliz mit weiteren Attacken auf Flughäfen in Saudi-Arabien gedroht. Reisende, Beschäftigte und Luftfahrtunternehmen sollten diese nicht nutzen, erklärte der Huthi-Militärsprecher Jahja Saree am Sonntag im Onlinedienst X. Die EU, die UNO und die Bundesregierung verurteilten den Angriff vom Samstag. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthis kündigte eine entschiedene Reaktion an.

Textgröße ändern: