Deutsche Tageszeitung - Altkanzler Schröder: Hauptursache für steigende Gaspreise ist Nachfrage Chinas

Altkanzler Schröder: Hauptursache für steigende Gaspreise ist Nachfrage Chinas


Altkanzler Schröder: Hauptursache für steigende Gaspreise ist Nachfrage Chinas
Altkanzler Schröder: Hauptursache für steigende Gaspreise ist Nachfrage Chinas / Foto: ©

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht die Hauptursache für den stark gestiegenen Gaspreis in der wachsenden Nachfrage Chinas. Die aktuelle Situation mache deutlich, dass sich der Handel mit Gas mittlerweile immer stärker globalisiere, schreibt Schröder in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" vom Dienstag. "Europa steht hier in einer scharfen Konkurrenz zu anderen Weltregionen, deren Energiehunger ungestillt ist."

Textgröße ändern:

Er gehe davon aus, dass sich die Situation auf dem Gasmarkt "allmählich erholen wird". Die Kritik an Russland im Zusammenhang mit der angespannten Lage auf den weltweiten Gasmärkten hält der Altkanzler für ungerechtfertigt. Russland falle "als Feindbild für einen kalten Gaskrieg aus", schreibt Schröder. Er ist Verwaltungsratsvorsitzender der Gaspipeline-Gesellschaften Nord Stream und Nord Stream 2 sowie des russischen Mineralölunternehmens Rosneft. Er pflegt enge persönliche Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Schröder warb für Erdgas als Energieträger: "Auch wenn wir unsere ambitionierten Klimaschutzziele erreichen wollen, brauchen wir für die Übergangszeit – die voraussichtlich drei Jahrzehnte dauern wird – Erdgas als den fossilen Energieträger, der das Klima am besten schont", schrieb er. Die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 sei wie jede andere zusätzliche Pipeline gut für den europäischen Markt: "Je mehr Bezugsquellen und Lieferwege wir haben, umso besser ist es für die Europäische Union, aber vor allem für den Endkunden. Denn je besser das Angebot ist, umso niedriger sind die Preise."

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Bill Gates warnt vor Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen

Microsoft-Gründer Bill Gates hat vor einer Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen im kommenden Jahr gewarnt. Die Gefahr einer außer Kontrolle geratenen Künstlichen Intelligenz bestehe in den kommenden Jahren eher nicht, sagte Gates am Sonntag dem US-Sender ABC News. Viel größer sei die Gefahr, dass "schlechte Menschen" KI-Systeme ohne Schutzvorkehrungen für Cyberangriffe oder Bioterrorismus nutzten.

Angriffe auf Flughafen: Reiche muss Rückflug von Konferenz in Riad umplanen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nimmt inmitten der anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Flughäfen in Saudi-Arabien an einer Energiekonferenz in der saudiarabischen Hauptstadt Riad teil - und muss nun ihre Rückreise umplanen. Aufgrund der Sperrung des internationalen Flughafens in Riad könne "die für morgen geplante Rückreise voraussichtlich nicht wie vorgesehen stattfinden", erklärte eine Ministeriumssprecherin am Sonntagabend.

Trump meldet "Energie-Waffenruhe" zwischen Russland und der Ukraine

Russland und die Ukraine haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen. Mit "sofortiger Wirkung" gelte eine "Energie-Waffenruhe" im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Huthis drohen nach tödlichem Angriff auf Flughafen in Riad mit weiteren Attacken

Nach einem Angriff mit zwölf Todesopfern und hunderten Verletzten in Riad hat die pro-iranische Huthi-Miliz mit weiteren Attacken auf Flughäfen in Saudi-Arabien gedroht. Reisende, Beschäftigte und Luftfahrtunternehmen sollten diese nicht nutzen, erklärte der Huthi-Militärsprecher Jahja Saree am Sonntag im Onlinedienst X. Die EU, die UNO und die Bundesregierung verurteilten den Angriff vom Samstag. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthis kündigte eine entschiedene Reaktion an.

Textgröße ändern: