Deutsche Tageszeitung - Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagt wegen Werbung für Klimafonds

Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagt wegen Werbung für Klimafonds


Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagt wegen Werbung für Klimafonds
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagt wegen Werbung für Klimafonds / Foto: ©

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg strebt in einem Streit um zulässige Werbeaussagen für klimaschonende Geldanlagen mit der Fondsgesellschaft Commerz Real eine gerichtliche Klärung an. Die Gesellschaft der Commerzbank-Gruppe führe nach ihrer Auffassung Verbraucher "mit fragwürdigen Nachhaltigkeitsversprechen" in die Irre, teilte die Verbraucherzentrale am Donnerstag in Stuttgart mit. Sie moniere Aussagen im Zusammenhang mit der Werbung für deren Fond "klimaVest". Die Verbraucherschützer hoffen auf ein Urteil mit Signalwirkung.

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Nach Angaben der Verbraucherzentrale bewirbt der Finanzanbieter seinen Fonds mit einem CO2-Rechner, mit dem Interessenten anhand bestimmter Kategorien ihren angeblichen CO2-Fußabdruck berechnen können. In einem zweiten Schritt sollen sie dann ermitteln können, mit welchem Anlagebetrag sie ihren CO2-Ausstoß ausgleichen können.

Den Verbraucherschützern zufolge suggeriert dies auf irreführende Weise "ganz konkrete Auswirkungen" der Anlageentscheidung auf den eigenen CO2-Fußabdruck. Tatsächlich seien die Abfragekriterien des CO2-Rechners nicht geeignet, einen exakten CO2-Wert zu berechnen. Außerdem relativiere die Commerz Real im Fondsprospekt im Kleingedruckten, dass ein Erreichen der Anlageziele nicht garantiert werde könne, erklärte die Verbraucherzentrale weiter.

Die Fondsgesellschaft wurde demnach zuvor abgemahnt, habe jedoch keine Unterlassungserklärung abgeben wollen. Daher soll die Sache nun gerichtlich geklärt werden. Die Verbraucherzentrale hofft nach eigenen Angaben auf eine Entscheidung, "die branchenweit Wirkung entfalten könnte". Sie forderte zugleich auch "klare gesetzliche Regelungen für zuverlässigen Aussagen zur Klimaschutzwirkung von Finanzprodukten". Nur so sei "irreführendes Greenwashing" in den Griff zu bekommen, das lediglich eine "Marketingmasche" darstelle.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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