Deutsche Tageszeitung - Aktienkurs von Evergrande stürzt ab

Aktienkurs von Evergrande stürzt ab


Aktienkurs von Evergrande stürzt ab
Aktienkurs von Evergrande stürzt ab / Foto: ©

Der tiefe Fall des hochverschuldeten chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande setzt sich fort: Der Aktienkurs des Konzerns stürzte am Donnerstag an der Börse in Hongkong um über zehn Prozent ab. Der Handel war Anfang Oktober ausgesetzt worden, nachdem der Konzern mehrere Fristen zur Rückzahlung von Krediten gerissen hatte; Evergrande selbst hatte die Wiederaufnahme am Donnerstag beantragt.

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Die Anleger stießen Evergrande-Aktien ab. Der Aktienkurs sackte bei Handelsbeginn um 10,5 Prozent ab. Kurz zuvor hatte Evergrande mitteilen müssen, dass der geplante Verkauf von 50,1 Prozent an der Konzerntochter Hopson gescheitert sei - das Geschäft sollte umgerechnet 2,2 Milliarden Euro einbringen.

Evergrande droht unter einem immensen Schuldenberg von umgerechnet 260 Milliarden Euro zusammenzubrechen, den das Unternehmen in Jahren aggressiver Expansion angehäuft hat. Derzeit kann das Unternehmen seine Kredite nicht zurückzahlen; am Mittwoch hatte Evergrande erneut gewarnt, es könne seine "finanziellen Verpflichtungen nicht einhalten". Käuferinnen und Käufer von Wohnungen warten zudem auf die Übergabe.

Ende September blieb Evergrande die Rückzahlung von insgesamt umgerechnet 113 Millionen Euro schuldig, im Oktober konnte der Konzern weitere 127 Millionen Euro nicht begleichen. Der Konzern bekam jeweils 30 Tage Aufschub - die erste Zahlung ist am 23. Oktober fällig, also diesen Samstag.

Evergrande hatte am Mittwoch versichert, der Konzern werde weiterhin Maßnahmen ergreifen, um seine Liquiditätsprobleme in den Griff zu bekommen. Dem Unternehmen droht die Zahlungsunfähigkeit.

Noch ist unklar, ob der chinesische Staat einspringen würde, um eine Pleite abzuwenden. Ein Zusammenbruch von Evergrande könnte nicht nur im Immobiliensektor immensen Schaden anrichten, sondern auch die gesamte chinesische Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Die chinesische Zentralbank hatte allerdings kürzlich versichert, die Risiken für Chinas Wirtschaft durch Evergrande seien "beherrschbar".

(W.Uljanov--DTZ)

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