Deutsche Tageszeitung - USA verzichten auf Strafzölle gegen fünf europäische Länder in Digitalsteuer-Streit

USA verzichten auf Strafzölle gegen fünf europäische Länder in Digitalsteuer-Streit


USA verzichten auf Strafzölle gegen fünf europäische Länder in Digitalsteuer-Streit
USA verzichten auf Strafzölle gegen fünf europäische Länder in Digitalsteuer-Streit / Foto: ©

Die USA verzichten im Streit um nationale Digitalsteuern auf Strafzölle gegen fünf europäische Länder. Das US-Finanzministerium gab am Donnerstag eine Einigung mit Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und Spanien bekannt. In diesen Ländern beschlossene Digitalsteuern, die insbesondere auf US-Internetriesen wie Facebook, Google und Amazon abzielen, sollten in ein neues internationales Besteuerungssystem übergehen, auf das sich 136 Staaten Anfang Oktober geeinigt hatten und das eine Mindestunternehmensbesteuerung von 15 Prozent vorsieht.

Textgröße ändern:

"Das erlaubt eine Beendigung der als Antwort auf Digitalsteuern beschlossene Handelsmaßnahmen", erklärte das US-Finanzministerium. Das Ministerium sprach von einer "pragmatischen Lösung" und kündigte weiter Gespräche im Zuge eines "konstruktiven Dialogs" an.

Die USA hatten im Juli 2020 zunächst Strafzölle von 25 Prozent auf französische Importe im Wert von 1,3 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) angedroht. Washington argumentierte, dass eine französische Digitalsteuer US-Unternehmen diskriminiere. Die Strafzölle wurden aber nicht in Kraft gesetzt.

Im vergangenen Juni kündigte die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai dann Strafzölle gegen Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien, Indien und die Türkei an. Auch in diesem Fall traten die Zölle nicht in Kraft, sondern wurden für zunächst sechs Monate auf Eis gelegt, um Zeit für eine internationale Lösung zu finden.

Nun sind die Strafzölle gegen Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und Spanien vom Tisch. Angaben zu Indien und der Türkei machte das US-Finanzministerium nicht.

Die Einigung auf eine weltweite Mindestbesteuerung von 15 Prozent für große Konzerne war im Rahmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erfolgt. Die Vereinbarung soll 2023 in Kraft treten und einen Steuerwettlauf nach unten zwischen einzelnen Ländern verhindern.

Zentral ist dabei ein Zwei-Säulen-Konzept: Säule eins soll eine fairere Verteilung der Besteuerungsrechte der Staaten in Bezug auf die Gewinne großer multinationaler Konzerne sicherstellen - vor allem aus der Digitalwirtschaft. Dabei soll ein Teil der Rechte von den Ländern, in denen Unternehmen ihren Hauptsitz haben, auf diejenigen Staaten übergehen, auf deren Märkten sie ihre Gewinne erzielen. Die zweite Säule ist die globale Mindeststeuer, die bei 15 Prozent liegen soll.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien

Der UN-Sicherheitsrat hat die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien einstimmig verurteilt. Die Mitglieder des Sicherheitsrats verurteilten "aufs Schärfste die anhaltenden Angriffe (...), besonders jene, bei denen Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, verletzt wurden", hieß es am Freitag in einer Erklärung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen.

Selenskyj: USA erlauben Ukraine Herstellung von Patriot-Abwehrraketen

Die USA haben der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj grünes Licht für die Produktion von eigenen Patriot-Luftabwehrraketen gegeben. "Bei unserem letzten Treffen hat Präsident Trump mir gegenüber gesagt, dass er eine endgültige Entscheidung getroffen hat: Die Ukraine wird Lizenzen für die Herstellung von Patriot-Raketen erhalten", sagte Selenskyj am Freitag in einer Sprachnachricht an Journalisten. Bei russischen Drohnenangriffen auf Kiew wurden unterdessen fünf Menschen getötet.

17 Cent weniger Steuern pro Liter: Neuer Tankrabatt kommt zum 1. Oktober

Tanken wird für spritpreisgebeutelte Autofahrer schon ab kommendem Donnerstag günstiger: Am Freitag gaben Bundestag und Bundesrat grünes Licht für den neuen Tankrabatt, der die Steuern auf Benzin und Diesel ab dem 1. Oktober um rund 17 Cent je Liter senkt. Die Regierungskoalition aus Union und SPD will Bürgerinnen und Bürgern so kurzfristig Entlastung verschaffen - doch an der Maßnahme gibt es auch viel Kritik.

Tankrabatt kommt zum 1. Oktober: Gesetz passiert Parlament

Der Tankrabatt zur Abfederung der hohen Spritpreise kann wie von der Bundesregierung geplant zum 1. Oktober kommen. Nach dem Bundestag passierte das Gesetz am Freitag auch den Bundesrat - die Länderkammer verzichtete darauf, den Vermittlungsausschuss anzurufen. Zum 1. Oktober sollen damit die Steuern auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter sinken.

Textgröße ändern: