Deutsche Tageszeitung - Trumps Börsenpläne sorgen für Turbulenzen an der Wall Street

Trumps Börsenpläne sorgen für Turbulenzen an der Wall Street


Trumps Börsenpläne sorgen für Turbulenzen an der Wall Street
Trumps Börsenpläne sorgen für Turbulenzen an der Wall Street / Foto: ©

Die Börsenpläne des früheren US-Präsidenten Donald Trump mit einem neuen Medien- und Internetunternehmen haben an der Wall Street für Turbulenzen gesorgt. Der Handel mit der Aktie eines von Trump genutzten Börsenvehikels an der Technologie-Börse Nasdaq wurde am Freitag kurzzeitig ausgesetzt. Zuvor hatte der Aktienkurs der Digital World Acquisition Corp, einer sogenannten Special Purpose Acquisition Company (Spac), um mehr als 200 Prozent zugelegt. Am Donnerstag war der Kurs sogar um 357 Prozent angestiegen.

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Trump hatte am Mittwoch die Gründung seiner Trump Media & Technology Group (TMTG) verkündet, die unter anderem eine Online-Plattform namens Truth Social an den Start bringen soll. Für den Gang an die Börse soll TMTG mit Digital World fusionieren. Als Spac ist Digital World gewissermaßen eine leere Hülle, die bereits an der Börse gehandelt wird.

Die Nutzung solcher Börsenvehikel ist in den USA ein zunehmend beliebter Weg für einen Gang an die Wall Street. Erst am Donnerstag war der Büroraum-Anbieter Wework durch die Fusion mit einer Spac an der Börse gestartet.

Trump war nach der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar von großen Online-Plattformen wie Facebook, Twitter und Youtube verbannt worden. Er hat seine eigene Plattform als Gegenentwurf zur "Tyrannei" der großen Technologie-Konzerne angekündigt.

Der massive Kursanstieg der Digital-World-Aktie zeigt das Interesse von Investoren an den Plänen des Ex-Präsidenten, der sich an der konservativen Basis nach wie vor großer Beliebtheit erfreut und mit einer erneuten Präsidentschaftskandidatur 2024 liebäugelt. Die Abkürzung DWAC, unter der Digital World am Nasdaq gehandelt wird, war zuletzt einer der meistgenutzten Begriffe auf dem Forum WallStreetBets der Online-Plattform Reddit, auf dem sich elf Millionen besonders risikofreudige Kleinanleger austauschen.

Das weckt Erinnerungen an den massiven Kursanstieg der Aktien des Computerspielhändlers Gamestop zu Jahresbeginn. Kleinanleger, die sich vor allem über Reddit organisierten, kauften massenhaft Papiere des durch wachsende Online-Konkurrenz und die Corona-Krise in Schwierigkeiten geratenen Computerspielhändlers. Damit wollten sie Hedgefonds Probleme bereiten, die auf sinkende Gamestop-Kurse gewettet hatten.

(M.Dorokhin--DTZ)

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