Deutsche Tageszeitung - Autobauer sehen in Chipkrise Licht am Ende des Tunnels

Autobauer sehen in Chipkrise Licht am Ende des Tunnels


Autobauer sehen in Chipkrise Licht am Ende des Tunnels
Autobauer sehen in Chipkrise Licht am Ende des Tunnels / Foto: ©

Die großen Autokonzerne leiden weiter unter dem weltweiten Mangel an Halbleitern. Im dritten Quartal verbuchten unter anderem Volkswagen und die Opel-Mutter Stellantis deutliche Gewinnrückgänge, es wurden hunderttausende Autos weniger gebaut als geplant. Jedoch äußerten die Unternehmen am Donnerstag vorsichtigen Optimismus: VW-Chef Herbert Diess sagte, das Schlimmste sei vermutlich überstanden, der US-Konzern Ford nannte die Lage bei den Chips "deutlich verbessert".

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Bei Volkswagen sank der Betriebsgewinn im dritten Quartal um 12,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. In der Markengruppe Volumen, zu der die Kernmarke VW sowie die Marken Skoda und Seat gehören, verzeichnete der Konzern sogar einen operativen Verlust.

Überdurchschnittlich betroffen ist den Angaben zufolge das China-Geschäft: In der Volksrepublik "konnte die hohe Kundennachfrage ebenfalls mangels Halbleitern nicht bedient werden", erklärte das Unternehmen.

Diess sprach in einer Telefonkonferenz von rund 600.000 Autos, die wegen der fehlenden Halbleiter nicht gebaut werden konnten. Das dritte Quartal 2021 sei das am stärksten von der Chipkrise betroffene gewesen. "Wir sollten das Schlimmste nun hinter uns haben", zeigte er sich hoffnungsfroh.

Der Mangel werde das kommende Jahr über weiter spürbar sein, jedoch "auf viel niedrigerem Niveau". Er sei optimistisch, dass 2022 "ein viel besseres Jahr" werde als 2021, sagte Diess.

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis erklärte, wegen fehlenden Chip-Nachschubs seien im dritten Quartal etwa 30 Prozent weniger Autos gebaut worden als ursprünglich geplant. Von Juli bis September liefen demnach lediglich 600.000 Autos vom Band.

Unter anderem im Opel-Werk Eisenach, aber auch in Fabriken in Frankreich, Spanien und der Türkei hatte Stellantis die Produktion vorübergehend ganz eingestellt. Der Chip-Mangel sei schlimmer ausgefallen als noch im August gedacht, erklärte das Unternehmen, zu dem unter anderem die Marken Jeep, Chrysler, Fiat und Peugeot gehören. Derzeit stabilisiere sich die Versorgungslage bei den Halbleitern aber, zeigte sich auch Stellantis überzeugt.

Die Chefin des US-Autokonzerns General Motors (GM), Mary Barra, sagte voraus, dass der Chipmangel im ersten Halbjahr 2022 fortbestehen und in Richtung Jahresende eine Verbesserung eintreten werde. Das dritte Quartal 2021 sei "schwierig gewesen". GM verbuchte einen Umsatzrückgang um 25 Prozent auf 26,78 Milliarden Dollar (23,1 Milliarden Euro), der Nettogewinn schrumpfte um 40 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar.

Beim Konkurrenten Ford sank der Umsatz um fünf Prozent auf 35,7 Milliarden Dollar und der Nettogewinn um 25 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Ford-Finanzchef John Lawler sagte, die Beschaffung von Chips sei weiter eine Herausforderung, die Lage habe sich aber "deutlich verbessert". Allerdings könnten die Lieferprobleme bis 2023 anhalten.

(W.Uljanov--DTZ)

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