Deutsche Tageszeitung - Metall-Beschäftigte fordern fairen Wandel der Industrie

Metall-Beschäftigte fordern fairen Wandel der Industrie


Metall-Beschäftigte fordern fairen Wandel der Industrie
Metall-Beschäftigte fordern fairen Wandel der Industrie / Foto: ©

Mehrere tausend Beschäftigte der Metallindustrie und weiterer Branchen haben am Freitag bundesweit für einen fairen, sozial-ökologischen Wandel der Industrie demonstriert. Allein in Nordrhein-Westfalen nahmen nach Angaben des dortigen IG-Metall-Verbands rund 9000 Menschen unter dem Motto "Fairwandel" an Kundgebungen und Aktionen teil. Für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt berichtete die Gewerkschaft von 7000 Teilnehmenden. In Berlin zogen die Demonstranten unter anderem am Bundestag vorbei.
 
Die Beschäftigten fordern von der Politik, den Wandel der Industrie mit massiven öffentlichen Investitionen und flankierenden Arbeitsmarktmaßnahmen zu unterstützen. Mit dem Aktionstag will sich die IG Metall in die laufenden Koalitionsverhandlungen einmischen, die zwischen SPD, Grünen und FDP über die Bildung einer Ampel-Regierung laufen. Die IG Metall vertritt nicht nur Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie, sondern auch aus den Bereichen Stahl, Textil und Handwerk.
 
Insgesamt waren am Freitag laut Gewerkschaft Kundgebungen und Demonstrationen in über 50 Städten geplant. Unterstützung erhielt die Gewerkschaft unter anderem vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Gewerkschaft IG BCE, auch die SPD und die Linke solidarisierten sich mit den Protesten.
 
IG-Metall-Chef Jörg Hofmann forderte Unterstützung für die Beschäftigten beim klimagerechten Umbau der Industrie. "Da muss es fair zugehen", sagte er dem TV-Sender der "Welt". "Die Beschäftigten brauchen Chancen in der neuen Arbeitswelt, dazu braucht es andere Rahmenbedingungen in der Arbeitsmarktpolitik." Nötig seien Investitionen von jährlich 50 Milliarden Euro für den Umbau, damit der Industriestandort Deutschland erhalten bleibe.
 
Es brauche zudem Investitionen in die Menschen, also in Qualifikation und Weiterbildung, sowie neue Jobchancen, sagte Hofmann weiter. So müsse bei einem Kohleausstieg bereits 2030 geschaut werden, ob in den Bergbaugebieten schon genug neue Arbeitsplätze entstanden seien und genug Strom zur Verfügung stehe. "Deswegen bin ich kein Freund von festen Jahreszahlen." Die Politik müsse sich vielmehr an der Realität orientieren.  (L.Møller--DTZ)
 

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