Deutsche Tageszeitung - Treffen zwischen Johnson und Macron am Rande des G20-Gipfels

Treffen zwischen Johnson und Macron am Rande des G20-Gipfels


Treffen zwischen Johnson und Macron am Rande des G20-Gipfels
Treffen zwischen Johnson und Macron am Rande des G20-Gipfels / Foto: ©

Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Fischereistreits zwischen beiden Ländern wollen sich der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson am Rande des G20-Gipfels in Rom treffen. Er gehe davon aus, dass dieses bilaterale Treffen "rasch" erfolgen werde, sagte ein Sprecher des britischen Regierungschefs am Freitag. Der G20-Gipfel findet am Samstag und Sonntag statt; der seit Monaten schwelende Fischereistreit hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich verschärft.

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Paris hatte für kommenden Dienstag erste Vergeltungsmaßnahmen angekündigt, sollten französische Fischer bis dahin nicht mehr Lizenzen für den Fischfang in britischen Gewässern erhalten. Zugleich wurde ein britischer Fischkutter in Le Havre festgesetzt, weil er ohne Lizenz Muscheln in französischem Gewässer gefischt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft von Le Havre teilte mit, der Kapitän werde sich im kommenden August vor Gericht verantworten müssen. Ihm droht demnach eine Geldstrafe von 75.000 Euro.

Großbritannien und die Europäische Union hatten für die Zeit nach dem Brexit ein Fischereiabkommen geschlossen. Das Abkommen sieht vor, dass europäische Fischer in britischen Gewässern weiter auf Fang gehen dürfen - aber nur mit Genehmigung.

Die Ausstellung der Genehmigung hängt davon ab, dass die Fischer nachweisen können, schon vorher in den Gebieten gearbeitet zu haben. Paris beklagt, die britischen Behörden stellten französischen Fischern nicht genügend Genehmigungen aus.

Der britische Umweltminister George Eustice drohte in einem BBC-Interview mit verschärften Kontrollen französischer Schiffe, sollte Frankreich bei seiner Haltung bleiben. Er warf Paris einen "aufhetzerischen Ton" vor.

Die Bundesregierung rief derweil beide Länder zum Dialog auf. Der Erhalt gegenseitiger Fischereirechte sei eines der Grundprinzipien des Handelsabkommens zwischen der EU und Großbritannien, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. "Vor diesem Hintergrund ist es aus unserer Sicht nun wichtig, dass beide Seiten wieder zu den Verhandlungen der zurückliegenden Wochen und Monate zurückkehren."

(A.Stefanowych--DTZ)

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