Deutsche Tageszeitung - Ein Drittel der Deutschen nutzt noch immer überwiegend analoge Angebote

Ein Drittel der Deutschen nutzt noch immer überwiegend analoge Angebote


Ein Drittel der Deutschen nutzt noch immer überwiegend analoge Angebote
Ein Drittel der Deutschen nutzt noch immer überwiegend analoge Angebote / Foto: ©

Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung in Deutschland einen riesigen Schub gegeben - doch ein Drittel der Menschen hierzulande nutzt laut Umfrage noch immer überwiegend analoge Angebote. Insbesondere ältere Menschen und Haushalte mit geringem Einkommen sind digital abgehängt, wie die am Montag veröffentlichte Umfrage der Boston Consulting Group (BGC) ergab: Sie füllen auch weiterhin keine amtlichen Dokumente online aus oder sprechen per Video mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin.

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Der Anteil der Nutzer digitaler Dienste stieg im Zuge der Corona-Pandemie von 26 auf 64 Prozent, wie die BGC-Umfrage unter 1500 Deutschen ergab. Bei Menschen mit einem Bürojob wuchs der Anteil derer, die Videotelefonie nutzen, von 68 Prozent 2019 auf 90 Prozent 2021. Auch im Bildungswesen nahm das Angebot digitaler Dienste demnach zu - nur 20 Prozent der Befragten stehen in ihrer Bildungseinrichtung heute keinerlei Angebote wie digitale Informationsveranstaltungen, Prüfungen oder Anmeldeverfahren zur Verfügung. Vor der Pandemie war dieser Anteil doppelt so hoch.

Aufholbedarf besteht laut BGC hingegen im Gesundheitswesen: Hier stehen auch eineinhalb Jahre nach Ausbruch der Pandemie kaum mehr Menschen digitale Angebote wie Video-Sprechstunden, Online-Terminvergabe oder Rezeptbestellungen zur Verfügung als 2019. Und in der öffentlichen Verwaltung beantragen die Befragten neue Urkunden oder die Zulassung ihres Autos nach wie vor häufiger analog als digital.

Der Digitalisierung stehen viele Deutsche aber ängstlich gegenüber - in der Umfrage sagten das rund 25 Prozent. Sie fürchten sich demnach vor Hacker-Angriffen, Arbeitsplatzverlust oder davor, etwas falsch zu machen. In der Gruppe mit einem geringen Einkommen lag der Anteil der Ängstlichen bei 37 Prozent.

Olaf Rehse von BCG erklärte: "Ängste gegenüber der fortschreitenden Digitalisierung bestehen in der Gesellschaft nach wie vor." Hinzu komme, dass vielen Menschen bei digitalen Angeboten der persönliche Kontakt sowie der zeitliche und finanzielle Mehrwert fehle. "Bei diesen Vorbehalten müssen wir ansetzen, wenn wir die Digitalisierung beschleunigen wollen", riet Rehse.

(A.Stefanowych--DTZ)

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