Deutsche Tageszeitung - Volle Umsatzsteuer auf Eintritt zur Therme

Volle Umsatzsteuer auf Eintritt zur Therme


Volle Umsatzsteuer auf Eintritt zur Therme
Volle Umsatzsteuer auf Eintritt zur Therme / Foto: ©

Auf den Eintritt zu einem Erholungsbad oder zu einer Therme wird die volle Umsatzsteuer fällig. Ein steuerbegünstigtes Schwimmbad "muss zur Ausübung einer sportlichen Betätigung geeignet und bestimmt sein", wie der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss entschied. Er wies damit den Betreiber einer Therme in Hessen ab. (Az: XI B 29/21)

Textgröße ändern:

In der Therme können Gäste verschiedene Angebote in einer "Badewelt" und einer "Saunawelt" nutzen. Das Wasser in den Becken der "Badewelt" hatte Temperaturen von 31 beziehungsweise 37 Grad.

In seiner Umsatzsteuererklärung für 2015 teilte der Betreiber die Eintrittsgelder auf. 70 Prozent der Einnahmen rechnete er der "Badewelt" zu; hier gelte der ermäßigte Steuersatz für Schwimmbäder in Höhe von sieben Prozent. Nur für die der "Saunawelt" zugerechneten 30 Prozent der Einnahmen setzte er die reguläre Umsatzsteuer von 19 Prozent an.

Das Finanzamt war damit nicht einverstanden und forderte 19 Prozent Umsatzsteuer auf alle Einnahmen. Nach dem Hessischen Finanzgericht gab nun auch der BFH der Behörde recht.

Zur Begründung erklärten die Münchener Richter, nach EU-Recht profitiere nur ein "Schwimmbad im Sinne einer Sportanlage" von dem niedrigen Steuersatz. Dies sei die "Badewelt" des Betreibers der Therme nicht. Aus Sicht der Verbraucher dienten dort die Schwimmbecken "der Erholung und Entspannung sowie gegebenenfalls einem niederschwelligen heiltherapeutischen Zweck".

Anzeichen für eine Sportanlage sind nach dem Beschluss beispielsweise die Unterteilung in Schwimmbahnen, die Ausstattung mit Startblöcken sowie eine für den Sport angemessene Tiefe und Größe des Schwimmbeckens.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Rund 300.000 Menschen ziehen bei Hamburger CSD-Demonstration durch die Stadt

Rund 300.000 Menschen sind am Samstag bei der Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) in Hamburg durch die Stadt gezogen. Das teilten Polizei und Veranstalter am Nachmittag übereinstimmend mit. Beide sprachen von einem sehr friedlichen Verlauf der Großveranstaltung.

300.000 Teilnehmende bei CSD in Hamburg

Rund 300.000 Menschen haben am Samstag an der Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) in Hamburg teilgenommen. Das teilten Polizei und Veranstalter am Nachmittag übereinstimmend mit. Beide sprachen von einem sehr friedlichen Verlauf der Großveranstaltung.

Neue Debatten in Koalition über Abkehr von "Rente mit 63"

Der Protest mehrerer ostdeutscher Ministerpräsidenten gegen eine Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte hat neue kontroverse Debatten auch in der Koalition in Berlin ausgelöst. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf stellte in der "Bild"-Zeitung vom Samstag klar, dass die Abschaffung eine Forderung der Union, nicht aber der SPD sei. Politiker von CDU und CSU pochten darauf, an dem besprochenen Aus für die "Rente mit 63" festzuhalten.

Erklärung: Uefa entzieht Fifa-Chef Infantino ihr "Vertrauen"

Trotz des Rückziehers bei seinen umstrittenen Investoren-Plänen hat Fifa-Präsident Gianni Infantino das Vertrauen des europäischen Fußballverbands Uefa verloren. "Die derzeitige Führung der Fifa hat nicht nur das Vertrauen der Uefa verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußball-Familie", erklärte die Uefa am Samstag.

Textgröße ändern: