Deutsche Tageszeitung - Ampel-Regierung will Quote von 30 Prozent Ökolandbau bis 2030

Ampel-Regierung will Quote von 30 Prozent Ökolandbau bis 2030


Ampel-Regierung will Quote von 30 Prozent Ökolandbau bis 2030
Ampel-Regierung will Quote von 30 Prozent Ökolandbau bis 2030 / Foto: ©

Die Ampel-Koalition will bis zum Jahr 2030 eine Quote von 30 Prozent Ökolandbau erreichen. Das Artensterben und der Verlust der Biodiversität seien eine "ökologische Krise", heißt es im Koalitionsvertrag der drei Parteien. Für das Ziel von mehr Ökolandbau sollen unter anderem die Bundesmittel für das Bundesprogramm Ökolandbau erhöht werden. Nach Angaben des Umweltbundesamts betrug der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche im vergangenen Jahr 9,6 Prozent.

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Neben dem Artensterben gebe es "das Höfesterben und es schreit nach einem neuen Denken in einer Landwirtschaftspolitik, die nicht nur wachse oder weiche kennt", sagte Grünen-Chef Robert Habeck am Mittwoch in Berlin. Die Grünen übernehmen in der neuen Regierung das Ressort Landwirtschaft und Ernährung.

Neben mehr Ökolandbau ist laut Koalitionsvertrag auch eine Reduktion von Pestiziden "auf das notwendige Maß" vorgesehen. Erreicht werden soll das unter anderem mit einer besseren Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln für geringfügige Anwendungen, mit Alternativen zu chemisch-synthetischen Mitteln und mit digitalen Anwendungen, die ein zielgenaues Ausbringen ermöglichen. Das Pestizid Glyphosat soll bis Ende 2023 vom Markt verschwinden.

Beim Tierschutz wollen SPD, Grüne und FDP ab 2022 eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung einführen, die auch den Transport und die Schlachtung der Tiere umfasst. Außerdem soll laut Koalitionsvertrag eine "umfassende Herkunftskennzeichnung" für Fleisch eingeführt werden. Landwirte sollen finanzielle Hilfe beim artgerechten Umbau der Nutztierhaltung erhalten.

Bis 2023 will die Koalition außerdem eine Ernährungsstrategie entwickeln, die besonders Kinder in den Fokus nimmt. Geplant ist unter anderem, dass es an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt künftig bei Sendungen und Formaten für unter 14-Jährige nicht mehr geben darf. Pflanzliche Alternativen zu Fleischprodukten sollen zudem gestärkt und der Anteil regionaler und ökologischer Erzeugnisse erhöht werden, etwa in der Gemeinschaftsverpflegung.

(W.Budayev--DTZ)

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