Deutsche Tageszeitung - Arbeitsagenturen erwarten etwas langsameren Rückgang der Arbeitslosigkeit

Arbeitsagenturen erwarten etwas langsameren Rückgang der Arbeitslosigkeit


Arbeitsagenturen erwarten etwas langsameren Rückgang der Arbeitslosigkeit
Arbeitsagenturen erwarten etwas langsameren Rückgang der Arbeitslosigkeit / Foto: ©

Die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt verliert nach Einschätzung der Arbeitsagenturen etwas an Schwung, bleibt aber im grünen Bereich. Zwar ging der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zum dritten Mal in Folge zurück und sank im November um 0,8 Punkte auf 104,0 Zähler, wie das IAB am Donnerstag mitteilte. Dennoch liege das Barometer "im Zeitvergleich nach wie vor auf einem hohen Niveau."

Textgröße ändern:

Beim Frühindikator des IAB, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert, reicht die Skala von 90 Punkten (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung). Der Index setzt sich dabei aus zwei Komponenten zusammen: einer zur Vorhersage der Arbeitslosenzahlen in den nächsten drei Monaten und einer zur Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung.

Die Komponente für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit ging gegenüber Oktober um 1,3 Punkte auf 101,6 Punkte deutlich zurück. Im Sommer waren hier noch Höchstwerte verzeichnet worden. "Der Rückgang der Arbeitslosigkeit wird deutlich an Schwung verlieren", erklärte der Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen, Enzo Weber. "Das liegt auch daran, dass der Vorkrisenwert nicht mehr so weit weg ist und der Abbau der im Zuge der Krise gestiegenen Langzeitarbeitslosigkeit stockt."

Die Beschäftigungskomponente lag im November bei 106,5 Punkten und somit um 0,3 Punkte niedriger als im Oktober. Der Beschäftigungsausblick bleibe damit weiterhin "sehr positiv und erreicht ähnlich hohe Werte wie in guten Zeiten vor der Krise", erläuterte das IAB.

"Nach Einschätzung der Arbeitsagenturen wird sich die Aufwärtsentwicklung am Arbeitsmarkt etwas abkühlen", resümierte Weber. "Einen größeren Rückschlag am Arbeitsmarkt in der vierten Corona-Welle erwarten die Agenturen aber derzeit nicht."

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

24 Stunden in der Luft: Airbus A350 landet nach Rekordflug in Frankreich

Nach einer Rekordzeit von 24 Stunden und 24 Minuten in der Luft ist ein für extrem lange Strecken ausgebauter Airbus A350 in Frankreich gelandet. Das Flugzeug beendete am Dienstag seinen 23.076 Kilometer langen Testflug von der australischen Großstadt Melbourne nach Toulouse. Die australische Fluggesellschaft Qantas will das Flugzeug ab dem kommenden Jahr für Direktflüge nach Europa einsetzen.

Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland vielerorts aufgehoben oder gelockert

Knapp zwei Monate nach dem Beginn von Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland infolge ukrainischer Angriffe sind in mehreren Regionen die Beschränkungen wieder aufgehoben oder gelockert worden. Am Montag und Dienstag wurden die Maßnahmen in mindestens sieben Regionen aufgehoben oder gelockert, wie aus Angaben der Behörden und Medienberichten hervorging. Darunter waren die Hauptstadt Moskau, die zweitgrößte Metropole St. Petersburg sowie stark betroffene Regionen im Süden.

Bundesgerichtshof: Jahresentgelte für Riester-Bausparverträge unzulässig

Jahresentgelte für die Führung von Riester-Bausparverträgen sind unzulässig. Kunden würden so unangemessen benachteiligt, entschied am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Geklagt gegen die Landesbank Hessen-Thüringen hatten der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und Verbraucherverbände. Laut vzbv können Betroffene nun Geld zurückverlangen. (Az. XI ZR 83/25)

Merz fordert "zwingend" hunderte Milliarden Euro Einsparungen beim EU-Haushalt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat "zwingend" Einsparungen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro beim nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der Europäischen Union gefordert. Nötig sei ein Budgetentwurf "mit Kürzungen in allen Bereichen", sagte Merz am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem irischen Premierminister Micheal Martin in Dublin. Anlass des Besuchs war die Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Irland am 1. Juli.

Textgröße ändern: