Deutsche Tageszeitung - Scholz warnt vor Verstetigung von Inflationsrate

Scholz warnt vor Verstetigung von Inflationsrate


Scholz warnt vor Verstetigung von Inflationsrate
Scholz warnt vor Verstetigung von Inflationsrate / Foto: ©

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat vor einer Verstetigung der hohen Inflationsrate gewarnt. Ökonomen zeigten sich "noch" davon überzeugt, dass sich die Preissteigerung wieder normalisieren werde, sagte der derzeit noch geschäftsführende Bundesfinanzminister am Dienstagabend bei Bild Live. "Das müssen wir ganz sorgfältig beobachten, um dann die notwendigen Schritte zu ergreifen, falls die sich geirrt haben."

Textgröße ändern:

Eine hohe Inflation, wie sie aktuell zu beobachten sei, "sollten wir nicht anstreben. Da bin ich völlig festgelegt", betonte Scholz.

Der Finanzminister verwies auf "Experten aus aller Welt", die die Preissteigerungen auf die Corona-Krise, die Rohstoffknappheit sowie die weltweiten Konjunkturprogramme zurückführten und davon ausgingen, "dass sich das nicht dauerhaft auswächst". "Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir was tun", betonte Scholz.

Das Statistische Bundesamt hatte am Montag mitgeteilt, dass die Inflationsrate im November voraussichtlich 5,2 Prozent beträgt. Damit liegt die Inflation deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die meisten Ökonomen gehen bislang davon aus, dass es sich bei der hohen Teuerungsrate um ein vorübergehendes Phänomen handelt. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sagte am Montag im ZDF-"Morgenmagazin", sie gehe davon aus, dass im November der Höhepunkt der Inflationsentwicklung erreicht sei. Nach Einschätzung der Zentralbanker werde die Inflation im kommenden Jahr "wieder allmählich" zurückgehen.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

IWF-Chefin lobt bei Besuch in Argentinien Mileis Reformkurs

IWF-Chefin Kristalina Georgieva hat die wirtschaftliche Entwicklung Argentiniens unter Präsident Javier Milei gelobt. Seit dessen Amtsantritt im Jahr 2023 sei die Lage "nach allen Kennzahlen deutlich solider", sagte die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds am Montag bei einem Besuch in Buenos Aires.

Porsche baut 5000 Stellen ab - Audi senkt Umsatzprognose für 2026

Die Krise bei Volkswagen macht auch vor den Premiumtöchtern nicht Halt: Der Sportwagenhersteller Porsche kündigte am Montag 5000 Stellenstreichungen an, Audi senkte seine Umsatzprognose für das laufende Jahr. Die VW-Töchter leiden wie auch die Kernmarke des Konzerns unter einem wegbrechenden China-Geschäft und hohen Belastungen wegen der Zölle von US-Präsident Donald Trump.

Porsche baut bis 2035 weitere 5000 Stellen ab

Der Sportwagenhersteller Porsche baut bis 2035 weitere 5000 Arbeitsplätze ab. Der Stellenabbau werde "sozialverträglich" und mittels natürlicher Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge umgesetzt, erklärte der Autobauer am Montag. Zugleich sicherte Porsche den Erhalt seiner Standorte zu und schloss betriebsbedingte Kündigungen bis 2035 aus.

China-Geschäft bricht weiter ein - Audi senkt Umsatzprognose

Vor dem Hintergrund weiter einbrechender Verkäufe in China hat der Autobauer Audi seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt. Gerechnet wird nun mit 58 bis 63 Milliarden Euro - fünf Milliarden weniger als im Frühling erwartet, wie die Ingolstädter VW-Tochter am Montag mitteilte. Finanzchef Jürgen Rittersberger stellte weitere Sparmaßnahmen in Aussicht.

Textgröße ändern: