Deutsche Tageszeitung - Verbraucherverbände sollen gegen Facebook klagen dürfen

Verbraucherverbände sollen gegen Facebook klagen dürfen


Verbraucherverbände sollen gegen Facebook klagen dürfen
Verbraucherverbände sollen gegen Facebook klagen dürfen / Foto: ©

Verbraucherverbände sollen auch gegen Datenschutzverstöße vorgehen dürfen. Das geht aus einem am Donnerstag beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg vorgelegten richterlichen Rechtsgutachten hervor. Der sogenannte EuGH-Generalanwalt Jean Richard de la Tour stärkt damit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Streit mit Facebook den Rücken. (Az: C-319/20)

Textgröße ändern:

Nach Überzeugung der Verbraucherschützer ist die Datenschutzerklärung von Facebook bezüglich der Nutzung kostenloser Spiele nicht transparent und verständlich. Nutzern werde nicht klar, wofür ihre Daten verwendet werden.

Auf die Klage des vzbv stimmten die Gerichte dem inhaltlich durch alle Instanzen zu. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte allerdings Zweifel, ob Verbraucherverbände in Sachen Datenschutz überhaupt klagebefugt sind. Dies begründeten die Karlsruher Richter damit, dass die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) den Aufsichtsbehörden umfangreiche Überwachungsbefugnisse einräumt. Daraus könnte abgeleitet werden, dass es grundsätzlich Sache dieser Behörden sei, die Bestimmungen dieser Verordnung durchzusetzen. Der BGH fragte daher beim EuGH an, ob die Klage des vzbv zulässig ist.

Dort legte nun Richard de la Tour seine sogenannten Schlussanträge vor. Darin vertrat der EuGH-Generalanwalt die Auffassung, dass sich das deutsche Verbandsklagerecht auch auf den Datenschutz erstrecken darf.

Zur Begründung verwies er auf eine entsprechende EuGH-Entscheidung vom Juli 2019 zu der Datenschutz-Vorgängerregelung und den "Gefällt mir"-Buttons von Facebook. Aus der DSGVO gehe nicht hervor, dass das in Deutschland und anderen Mitgliedsstaaten bestehende Verbandsklagerecht eingeschränkt werden solle.

Eine Verbandsklage müsse daher weiterhin möglich sein, wenn sie sich auf Rechte bezieht, die die DSGVO den Verbrauchern einräumt. Das sei bei der Klage des vzbv gegen Facebook Ireland der Fall. Die Wahrung der Verbraucherinteressen durch Verbände komme auch besonders dem Ziel der DSGVO entgegen, ein hohes Schutzniveau für personenbezogene Daten zu schaffen, betonte Richard de la Tour.

Für sein abschließendes Urteil ist der EuGH nicht an diese Rechtsauffassung gebunden. Die Luxemburger Richter folgen den Schlussanträgen aber in den allermeisten Fällen.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Porsche baut 5000 Stellen ab - Audi senkt Umsatzprognose für 2026

Die Krise bei Volkswagen macht auch vor den Premiumtöchtern nicht Halt: Der Sportwagenhersteller Porsche kündigte am Montag 5000 Stellenstreichungen an, Audi senkte seine Umsatzprognose für das laufende Jahr. Die VW-Töchter leiden wie auch die Kernmarke des Konzerns unter einem wegbrechenden China-Geschäft und hohen Belastungen wegen der Zölle von US-Präsident Donald Trump.

Porsche baut bis 2035 weitere 5000 Stellen ab

Der Sportwagenhersteller Porsche baut bis 2035 weitere 5000 Arbeitsplätze ab. Der Stellenabbau werde "sozialverträglich" und mittels natürlicher Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge umgesetzt, erklärte der Autobauer am Montag. Zugleich sicherte Porsche den Erhalt seiner Standorte zu und schloss betriebsbedingte Kündigungen bis 2035 aus.

China-Geschäft bricht weiter ein - Audi senkt Umsatzprognose

Vor dem Hintergrund weiter einbrechender Verkäufe in China hat der Autobauer Audi seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt. Gerechnet wird nun mit 58 bis 63 Milliarden Euro - fünf Milliarden weniger als im Frühling erwartet, wie die Ingolstädter VW-Tochter am Montag mitteilte. Finanzchef Jürgen Rittersberger stellte weitere Sparmaßnahmen in Aussicht.

Ferien in ganz Deutschland: ADAC erwartet staureichstes Wochenende des Sommers

Für das kommende Wochenende rechnet der ADAC mit den wohl staureichsten Reisetagen der gesamten Ferienzeit. Da sich nun alle Bundesländer in den Sommerferien befinden, soll die Reisewelle am ersten August-Wochenende erfahrungsgemäß ihren Höhepunkt erreichen, wie der Automobilklub am Montag in München mitteilte. Zudem sorge der Urlaubs- und Transitverkehr aus den deutschen Nachbarländern für volle Autobahnen.

Textgröße ändern: