KfW: Nur ein Viertel der mittelständischen Unternehmen investiert in Klimaschutz
Viele mittelständische Unternehmen investieren bereits, doch es bleibt viel zu tun: Bei einem Viertel der mittelständischen Unternehmen steht der Klimaschutz laut einer aktuellen Studie der Förderbank KfW aktuell auf der Agenda. "Das heißt im Umkehrschluss allerdings auch: drei von vier Unternehmen haben im vergangenen Jahr keine Investitionsprojekte mit Klimaschutzfokus umgesetzt und haben dies absehbar auch nicht vor", erklärte die KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib am Donnerstag.
Laut der KfW investierten im Jahr 2020 rund 460.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland insgesamt 22 Milliarden Euro in Vorhaben, die auf Klimaschutz abzielten. Das entspricht rund zwölf Prozent aller Mittelständler. Im Schnitt investierten die Betriebe 72.000 Euro, statistisch floss somit jeder zehnte investierte Euro in den Klimaschutz - beispielsweise in eine energieeffizientere Produktion, erneuerbare Energien oder klimafreundliche Verkehrsmittel.
Weitere 13 Prozent oder rund 490.000 Unternehmen tätigten laut KfW zwar 2020 keine entsprechenden Investitionen, planten solche aber bis zum Ende des Jahres 2022. Zusammen ergibt sich die Zahl von einem Viertel der Firmen, die Klimaschutz auf der Agenda haben.
Köhler-Geib bezeichnete die bereits getätigten Investitionen als "ermutigend". "Vor dem Hintergrund der Tragweite der Herausforderung der Transformation ist jedoch klar: Hier muss sogar noch deutlich mehr passieren", erklärte sie. Die Investitionsdynamik im Mittelstand müsse sich "deutlich beschleunigen".
Ob und wie viel Geld einzelne Unternehmen investierten, hing dabei auch von der Unternehmensgröße und der Branche ab: Bei Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten gab es im Jahr 2020 nur bei zehn Prozent der Betriebe Klimaschutzinvestitionen. Mittelständler mit 50 oder mehr Beschäftigten investierten hingegen zu 36 Prozent in Klimaschutzmaßnahmen.
Besonders investitionsfreudig war außerdem das Verarbeitende Gewerbe: Hier setzten 33 Prozent der Firmen entsprechende Maßnahmen um, weitere 34 Prozent haben für das kommende Jahr Investitionspläne. Allerdings zählen lediglich rund 249.000 Unternehmen zum Verarbeitenden Gewerbe - der größere Teil der Klimaschutzinvestitionen entfiel deshalb auf Dienstleister, die rund drei Viertel aller mittelständischen Unternehmen ausmachen. Sie investierten insgesamt 15,6 Milliarden Euro in den Klimaschutz.
Die KfW-Chefvolkswirtin forderte angesichts des weiteren Investitionsbedarfs mehr Beratung und Unterstützung für mittelständische Unternehmen. Es müsse außerdem ein entsprechender Finanzierungs- und Förderrahmen geschaffen werden. Klimaschutzinvestitionen bedeuteten angesichts steigender CO2-Preise und eines veränderten Kundenverhaltens auch einen Wettbewerbsvorteil. "Klimainvestitionen machen den Mittelstand fit für die Zukunft", erklärte Köhler-Geib. Dies sichere Chancen auf Wachstum und Beschäftigung.
(A.Stefanowych--DTZ)