Deutsche Tageszeitung - Tariflöhne in Deutschland steigen 2021 im Schnitt um 1,7 Prozent

Tariflöhne in Deutschland steigen 2021 im Schnitt um 1,7 Prozent


Tariflöhne in Deutschland steigen 2021 im Schnitt um 1,7 Prozent
Tariflöhne in Deutschland steigen 2021 im Schnitt um 1,7 Prozent / Foto: ©

Die Tariflöhne sind in diesem Jahr durchschnittlich um 1,7 Prozent gestiegen. Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Hans-Böckler-Stiftung ergab, müssen die Beschäftigten mit Tarifvertrag wegen der hohen Inflation real aber Verluste hinnehmen. Weil die Verbraucherpreise mit 3,1 Prozent im Gesamtjahr deutlich stärker zulegen dürften, ergebe sich "ein ungewöhnlich starker Reallohnverlust" von 1,4 Prozent.

Textgröße ändern:

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung weist allerdings darauf hin, dass der Kaufkraftverlust in vielen Branchen durch die Zahlung einer steuer- und abgabenfreien Corona-Prämie abgemildert werde. Diese lag demnach zwischen 90 Euro in der Süßwarenindustrie und 1300 Euro im öffentlichen Dienst der Länder. Untere Einkommensgruppen profitierten davon besonders stark.

Im Jahr 2021 wurden den Angaben zufolge für mehr als zwölf Millionen Beschäftigte neue Tarifverträge abgeschlossen. Hinzu kamen für weitere sechs Millionen Beschäftigte Tarifsteigerungen, die bereits 2020 oder früher vereinbart wurden. Die älteren Tarifverträge sehen dabei mit durchschnittlich zwei Prozent etwas höhere Tarifsteigerungen vor als die Neuabschlüsse von 2021, bei denen die durchschnittlichen Tarifzuwächse bei 1,5 Prozent liegen.

Der sich hieraus insgesamt ergebende Anstieg der Tariflöhne von 1,7 Prozent liegt nach Angaben des WSI etwas niedriger als im Vorjahr 2020 (zwei Prozent) und deutlich unterhalb der Boomjahre 2018 und 2019 (drei beziehungsweise 2,9 Prozent).

Die Tarifrunde 2021 sei durch den ungewissen Verlauf der Corona-Pandemie und die damit verbundenen ökonomischen Unsicherheiten geprägt gewesen, erklärte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten. Im Ergebnis habe dies zu eher moderaten Tariflohnzuwächsen geführt. Während die Beschäftigten im vergangenen Jahr aufgrund der noch sehr niedrigen Inflationsrate aber noch ein kräftiges Reallohnwachstum verzeichnet hätten, "übersteigen hohe Inflationsraten in diesem Jahr erstmals seit langem wieder deutlich die Tariflohnzuwächse".

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Nach Scheitern von Wohnungsgesetz in Spanien: Zehntausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Nach dem Nein des spanischen Parlaments zu einem Regulierungspaket gegen die Wohnungsnot haben am Samstag erneut zehntausende Menschen im Land für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand "Auf zum Generalstreik". Nach Behördenangaben beteiligten sich alleine in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000.

Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven - Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt - seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. "Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie "wirklich auf dem Tisch gelegen". In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als "politische Dummheit".

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Textgröße ändern: