Deutsche Tageszeitung - Bauernverband: Wirtschaftliche Lage der Bauern hat sich deutlich verschlechtert

Bauernverband: Wirtschaftliche Lage der Bauern hat sich deutlich verschlechtert


Bauernverband: Wirtschaftliche Lage der Bauern hat sich deutlich verschlechtert
Bauernverband: Wirtschaftliche Lage der Bauern hat sich deutlich verschlechtert / Foto: ©

Die wirtschaftliche Situation der deutschen Landwirte hat sich nach Angaben des Deutschen Bauernverbands im abgelaufenen Wirtschaftsjahr deutlich verschlechtert. Die Gewinne der landwirtschaftlichen Betriebe gingen von Juli 2020 bis Juni 2021 durchschnittlich um 15 Prozent auf 52.100 Euro zurück, wie der Bauernverband am Donnerstag mitteilte. Grund dafür waren demnach vor allem starke Umsatzeinbrüche in der Schweinehaltung, die durch die Corona-Pandemie verursacht wurden.

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Die Pandemie habe auch viele landwirtschaftliche Betriebe "hart getroffen", erklärte der Präsident des Bauernverbands, Joachim Rukwied. Die Situation der Schweinehalter sei inzwischen "mehr als angespannt". "Die anhaltenden ruinösen Erzeugerpreise für Schlachtschweine und Ferkel sind existenzbedrohend", erklärte Rukwied. "Dazu schwächen die explodierten Betriebsmittelkosten die wirtschaftliche Grundlage der Betriebe."

Die Schweinehalter verloren nach Angaben des Bauernverbands im Wirtschaftsjahr 2020/2021 gut zwei Drittel ihres Unternehmensgewinns. Rinder- und Milchviehhalter verzeichneten dagegen leicht höhere Gewinne, Ackerbaubetriebe konnten ihr Vorjahresergebnis in etwa halten.

Der Bauernverband sieht auch große Unsicherheiten für das laufende Wirtschaftsjahr 2021 und 2022. Die Preisentwicklungen für viele Agrarprodukte und Betriebsmittel seien "sehr sprunghaft". Stark gestiegenen Preisen zum Beispiel bei Raps und Getreide und sich weiter festigenden Preisen bei Milch und Rindern stünden aktuell stark steigende Preise für Futter-, Düngemitteln und Energie gegenüber.

Der Bauernverband geht davon aus, dass die Schweineerzeuger zunächst weiter unter starkem wirtschaftlichen Druck stehen werden. Vieles hänge von den Marktentwicklungen im ersten Halbjahr 2022 ab.

(M.Dorokhin--DTZ)

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