Deutsche Tageszeitung - EU hofft auf Lösung im Fischerei-Streit zwischen Frankreich und Großbritannien

EU hofft auf Lösung im Fischerei-Streit zwischen Frankreich und Großbritannien


EU hofft auf Lösung im Fischerei-Streit zwischen Frankreich und Großbritannien
EU hofft auf Lösung im Fischerei-Streit zwischen Frankreich und Großbritannien / Foto: ©

Im Streit zwischen Frankreich und Großbritannien um Fischerei-Rechte im Ärmelkanal hofft die EU auf eine Lösung vor Ablauf einer von ihr gesetzten Frist. Eine EU-Sprecherin sagte in Brüssel, das Ziel laufender Gespräche mit Großbritannien sei, noch am Freitag eine Einigung zu erzielen. Beide Seiten hätten sich festgelegt, "diese Gespräche heute mit einem erfolgreichen Ergebnis zu beenden", sagte die Sprecherin Vivian Loonela.

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Paris und London streiten sich seit Monaten um die Fischerei-Rechte im Ärmelkanal. Im Abkommen über den britischen EU-Austritt hatte London im Dezember vergangenen Jahres zugesichert, dass französische und andere EU-Fischer weiter in britischen Gewässern fischen dürfen, wenn sie schon vor dem Brexit dort gefischt haben. Uneinigkeit herrscht nun darüber, wie dies nachzuweisen ist.

Nach Angaben Frankreichs haben 104 französische Boote immer noch keine Lizenzen für die Fischerei in Gewässern Großbritanniens und der Kanalinseln. Nach britischen Angaben sind viele französischen Fischer nicht in der Lage, die für die Erteilung einer Lizenz erforderlichen Papiere vorzulegen.

Die EU-Kommission vermittelt in dem Streit und hat von Großbritannien gefordert, die Differenzen mit Frankreich bis zum 10. Dezember beizulegen. Am Freitag verhandelte nun der britische Umweltminister George Eustice mit EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius.

Frankreichs Europaminister Clément Beaune deutete an, dass Großbritannien "ein paar Dutzend" weitere Lizenzen als "Geste des guten Willens" erteilen könnte, was bedeuten würde, dass die Gespräche fortgesetzt werden können. "Wenn sie nicht nachgeben, werden wir die Europäische Kommission bitten, eine Klage einzureichen", sagte Beaune im Radiosender Franceinfo.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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