Daimler Truck legt Börsendebüt als eigenständiges Unternehmen hin
Der Daimler-Konzern hat seine Aufspaltung in eine Nutzfahrzeug- und eine Autosparte nun auch an der Börse vollzogen. Der Lkw- und Bushersteller Daimler Truck legte am Freitag in Frankfurt am Main sein Börsendebüt als eigenständiges Unternehmen hin. Daimler-Truck-Chef Martin Daum sprach von einem historischen Tag.
Der erste Preis der Aktie lag bei 28 Euro, was einer Bewertung von Daimler Truck mit insgesamt rund 23 Milliarden Euro entspricht. Im weiteren Verlauf des Handelstages notierte die Aktie bei rund 30 Euro.
Das Unternehmen selbst bezeichnete den Gang aufs Parkett als "Meilenstein" und Beginn einer neuen Ära. Kapitalanleger hätten künftig die Möglichkeit, "unmittelbar in die Aktie eines der größten Nutzfahrzeughersteller der Welt zu investieren", erklärte Daimler Truck.
Daimler Truck vereint sieben Marken unter seinem Dach: BharatBenz vor allem für den indischen Markt, die US-Marken Freightliner, Western Star und Thomas Built Buses, die einstige Mitsubishi-Marke Fuso, Mercedes-Benz und Setra. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen mehr als 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an über 40 Produktionsstätten weltweit.
Der Lkw- und Bushersteller strebt nach eigenen Angaben nun an, dass die Aktie zum nächstmöglichen Termin an der Frankfurter Wertpapierbörse in den auf 40 Mitglieder erweiterten Börsenindex Dax aufgenommen wird - "voraussichtlich im ersten Quartal 2022".
"125 Jahre lang war unser Lkw- und Busgeschäft Teil des Daimler-Konzerns - nun werden wir ein eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen", erklärte Vorstandschef Daum. Künftig sollten "die Gestaltungsmöglichkeiten als eigenständiges Unternehmen" genutzt werden, kündigte er an. Nach Unternehmensangaben will sich Daimler Truck "konsequent und kontinuierlich auf die Verbesserung der Rentabilität" fokussieren, "um die Branche auf dem Weg hin zu CO2-neutralem Transport anzuführen".
"Wir sind in der größten Umbruchphase in der Geschichte des Lkw", sagte Daum. Innerhalb von zehn bis fünfzehn Jahren werde es weg vom Verbrennungsmotor, der heute noch für 99,9 Prozent der Umsätze stehe, hin zu emissionsfreiem Fahren gehen, "sei es mit Batterie oder mit Brennstoffzellenantrieb".
Anfang Oktober hatten die Aktionäre des Daimler-Konzerns die Abspaltung der Lkw-Sparte abgesegnet. Bei einer virtuellen Hauptversammlung stimmten 99,9 Prozent der Anteilseigner für den Schritt. Auch der Beschluss zur Namensänderung der Autosparte in Mercedes-Benz wurde mit 99,9 Prozent der Stimmen angenommen.
Daimler-Vorstandschef Ola Källenius betonte am Freitag, dass sich der Stuttgarter Autobauer, der 35 Prozent der Anteile an Daimler Trucks hält, nun "voll und ganz" darauf konzentrieren wolle, "die begehrenswertesten Autos der Welt zu bauen und bei Elektromobilität und Fahrzeugsoftware die Führung zu übernehmen". Die Neuausrichtung auf zwei Unternehmen solle "das volle Potenzial beider Unternehmen freisetzen und entscheidenden Mehrwert für alle Seiten schaffen".
(A.Stefanowych--DTZ)