Deutsche Tageszeitung - Konsumgewohnheiten bei Energie und Mobilität beeinflussen "persönliche Inflation"

Konsumgewohnheiten bei Energie und Mobilität beeinflussen "persönliche Inflation"


Konsumgewohnheiten bei Energie und Mobilität beeinflussen "persönliche Inflation"
Konsumgewohnheiten bei Energie und Mobilität beeinflussen "persönliche Inflation" / Foto: ©

Die Verbraucherpreise steigen so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr - doch wie hoch die Inflation für einzelne Bundesbürgerinnen und Bundesbürger tatsächlich ausfällt, hängt auch vom individuellen Konsumverhalten ab. Laut Statistischem Bundesamt macht sich etwa bei Autofahrer-Haushalten derzeit eine höhere Inflationsrate bemerkbar als bei Nutzern des öffentlichen Personennahverkehrs. Für Verbraucher stellt das Bundesamt einen "" zur Verfügung.

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Zuletzt hatte die Inflationsrate im November mit 5,2 Prozent Teuerung gegenüber dem Vorjahresmonat den höchsten Wert seit 1992 erreicht. Für die Berechnung des Verbraucherpreisindex zieht das Bundesamt einen fiktiven Warenkorb heran, der stellvertretend für den Bedarf der privaten Haushalte 650 Güterarten umfasst - von diversen Nahrungsmitteln über Bekleidung bis hin zu Ausgaben für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe. Mit welcher Gewichtung diese Güterarten in den Gesamtindex einfließen, ist genau festgelegt - so werden etwa die Verbraucherpreise für den Kauf von Nahrungsmittel deutlich stärker gewichtet als für Restaurantbesuche.

Bedeutsam für die Inflation sind unter anderem die Mieten, "da sie einen großen Teil der Verbrauchsausgaben umfassen, auch wenn die Preisentwicklung hierfür eher moderat ist", erklärte das Bundesamt. "Besonders stark" wirken sich demnach aktuell die Preisanstiege für Mobilität und Energie auf die persönliche Inflationsrate aus.

Als Beispiel führt das Bundesamt zwei Haushalte an, deren monatliche durchschnittliche Konsumausgaben in Höhe von 3000 Euro sich in allen Bereichen gleichen - außer bei der Mobilität: Der erste Haushalt fährt Auto und wendet monatlich 150 Euro für Pkw sowie 230 Euro für Kraftstoff und Fahrzeugwartung auf. Die "persönliche Inflationsrate" liegt angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Spritpreise demnach bei 5,6 Prozent.

Der zweite Haushalt gibt für die eigene Mobilität ebenfalls 380 Euro im Monat aus, ist aber in der Beispielrechnung ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Für diesen Haushalt liegt die Inflationsrate laut Bundesamt 1,2 Prozentpunkte niedriger und beläuft sich auf lediglich 4,4 Prozent.

Inflation sei nicht nur eine wichtige makroökonomische Größe, "sondern auch eine zutiefst persönliche Erfahrung der einzelnen Verbraucherinnen und Verbraucher", hob das Bundesamt hervor. Dem solle der aktualisierte Inflationsrechner, der Abweichungen von der allgemeinen Preisentwicklung aufzeigt, Rechnung tragen.

(W.Budayev--DTZ)

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