Deutsche Tageszeitung - Mehrere Bundesbehörden von schwerwiegender IT-Schwachstelle betroffen

Mehrere Bundesbehörden von schwerwiegender IT-Schwachstelle betroffen


Mehrere Bundesbehörden von schwerwiegender IT-Schwachstelle betroffen
Mehrere Bundesbehörden von schwerwiegender IT-Schwachstelle betroffen / Foto: ©

In der Bundesverwaltung sind mehrere Stellen von der schwerwiegenden Schwachstelle in der Protokollierungsbibliothek "Log4j" der Programmiersprache Java betroffen. Bislang lägen aber keine Hinweise auf "erfolgreiche Angriffsversuche auf Bundesbehörden oder kritische Infrastruktur" vor, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. Die Zahl der Bundesbehörden, bei denen die Schwachstelle entdeckt wurde, liege im einstelligen Bereich.

Textgröße ändern:

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte am Wochenende vor einer weit verbreiteten "kritischen Schwachstelle" gewarnt, die zahlreiche Server und Anwendungen verwundbar machen könnte. Ein erfolgreiches Ausnutzen der Sicherheitslücke ermögliche "eine vollständige Übernahme des betroffenen Systems", erklärte die Behörde und stufte ihre Cyber-Sicherheitswarnung auf die Warnstufe Rot hoch.

Der Sprecher des Bundesinnenministeriums sprach am Montag von einer "extrem kritischen Bedrohungslage". Es hätten weltweit bereits "erfolgreiche Kompromittierungen stattgefunden". Es sei nun notwendig, "sofortige Schutzmaßnahmen" zu ergreifen und die Sicherheits-Updates sofort zu installieren.

Eine Java-Bibliothek ist ein Software-Modul, das zur Umsetzung einer bestimmten Funktionalität in weiteren Produkten verwendet wird, wie das Bundesamt ausführte. Es sei daher "oftmals tief in der Architektur von Software-Produkten verankert".

Das BSI riet insbesondere Unternehmen und Organisationen, Updates einzuspielen, sobald diese für einzelne Produkte verfügbar sind. Außerdem sollten "alle Systeme, die verwundbar waren, auf eine Kompromittierung untersucht werden".

Der Branchenverband Bitcom zeigte sich besorgt über die Enthüllungen. Die Bedrohungslage sei "sehr ernst", erklärte Bitcom-Chef Achim Berg. "Cyberkriminelle versuchen bereits aktiv, die Schwachstelle auszunutzen", erklärte er. "Welt- und deutschlandweit erfolgen derzeit Massen-Scans sowie versuchte Kompromittierungen."

Berg rief die Anwender auf, "Abwehrmaßnahmen zu ergreifen und dafür den aktuellen Hinweisen des BSI zu folgen". Gleichzeitig gelte es, "alle verwundbaren Systeme auf eine Kompromittierung hin zu untersuchen, um auch weitere potenzielle Einfallstore zu schließen".

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Medien: Trump will Geheimdienstchef Clayton zum KI-Berater ernennen

US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton offenbar zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) ernennen. Die Sender CNN, CBS News und andere Medien berichteten am Freitag, Trump werde den 60-Jährigen voraussichtlich in Kürze nominieren.

Studie offenbart Gewinne des niederländischen Königshauses durch Kolonialismus

Der niederländische König Willem-Alexander hat sich am Freitag zutiefst beeindruckt von den Ergebnissen einer Studie über die Profite des Königshauses aus Kolonialismus und Sklaverei gezeigt. Die vom König 2022 in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das Königshaus den Kolonialismus über Jahrhunderte als rechtmäßige Quelle der Bereicherung für das Land betrachtete.

Textgröße ändern: